SMA baut weltgrößte Wechselrichterfabrik

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Das Jahr 2007 gehört zu den erfolgreichsten der SMA-Geschichte: Die Geschäfte liefen so gut, dass 500 neue Jobs geschaffen wurden. Insgesamt arbeiten jetzt 1.750 Menschen für das Unternehmen, bald sollen es über 2.700 sein. „Die Nachfrage nach Solarwechselrichtern aus dem Hause SMA steigt kontinuierlich. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Der Ausbau unserer Fertigungskapazitäten ist ein wichtiger Schritt, um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit noch weiter zu verbessern“, sagt Vorstandschef Günther Cramer. Mit einer optimalen Auslegung der hochmodernen Fertigung könne das Unternehmen die Kosten weiter senken und weitere Arbeitsplätze in der Region Nordhessen schaffen.

„Die neue Fabrik in Kassel ist ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niestetal“, sagt Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen. „Die neuen SMA-Arbeitsplätze sind ein guter Beleg für die Weiterentwicklung der Solarregion Kassel.“ Der OB will „nicht nur ein paar Demonstrationsobjekte zur Schau stellen“. Sein Plan: Mit dem regionalen Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) und Regionalmanagement soll die nordhessische Region zu einem modernen Standort für erneuerbare Energie-Technologien werden.

CO2-neutrales Industriegebäude

Zusammen mit deENet und mit Unterstützung des Hessischen Umweltministeriums soll die rund 15.000 Quadratmeter große neue Fabrik auch bei der Effizienzverbes serung von Industriegebäuden einen völlig neuen Maßstab setzen: „Das Fertigungsgebäude ist vollkommen CO2-neutral ausgelegt und verfügt über eine nahezu autarke Energieversorgung“, erklärt Cramer. „Dazu gehört eine Gebäudehülle auf Niedrig-Energiehaus-Niveau, eine große Photovoltaik-Anlage im Megawatt-Bereich auf dem Dach und ein mit Bioenergie betriebenes Blockheizkraftwerk. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Die neue Fertigung wird etwa die dreifache Kapazität unserer heutigen Produktion haben.

Eine Investition im Ausland kam für SMA nicht in Frage: „Nordhessen ist auf dem Weg, sich zu einem Vorreiter in Sachen erneuerbare, dezentrale Energien zu entwickeln. Das sorgt für Dynamik und schafft Arbeitsplätze in der Region – und wird auch in Zukunft ein idealer Standort für unser Unternehmen sein“, sagt Cramer.

Die zügige Umsetzung der Neubaupläne sei nicht zuletzt ein Resultat der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen SMA, der Stadt Kassel und Niestetal, betont Cramer. So ist es für den SMA-Chef auch selbstverständlich, dass auch Niestetal in absehbarer Zukunft wieder ein Stück vom SMA-Kuchen abbekommt: Die künftige, über die jetzigen Pläne hinausgehende Erweiterung des Unternehmens, wird laut SMA wieder dort stattfinden.

Minister Gabriel zu Gast

Ende November hatte SMA hohen Besuch, Sigmar Gabriel war zu Gast in Niestetal. Der Umweltminister zeigte sich beeindruckt: Bei Unternehmen wie SMA werde deutlich, dass Technologieführerschaft unabdingbare Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit sei, sagte er.

Der SPD-Politiker glaubt, dass sich die positive Entwicklung auch nach der Novellierung des EEG weiter fortsetzen wird. „Ich bin optimistisch, dass wir den Anteil am Strom aus erneuerbaren Energien im Jahr 2020 auf 30 Prozent erhöhen werden“, prognostizierte Gabriel. Darüber hinaus müsse man gemeinsam daran arbeiten, dass die Notwendigkeit und die Hintergründe der Energieerzeugung mithilfe der erneuerbaren Energien stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt. „Derzeit kosten die Erneuerbaren den Verbraucher gerade einmal einen Euro im Monat; künftig maximal eineinhalb Euro monatlich. Das sollte uns die Zukunft unserer Kinder wert sein“, sagte Gabriel.

Die Photovoltaik sei eine gesellschaftlich notwendige Investition.

SMA-Chef mahnt

SMA-Vorstandschef Günther Cramer erinnerte den Umweltmister daran, „dass realistische und weitsichtige gesetzliche Rahmenbedingungen“ für das Wachstum und die Zukunft der gesamten Branche von elementarer Bedeutung seien. „Wir brauchen einen stabilen deutschen Markt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Deutschland muss seinen herausragenden Status als Technologieführer nicht nur erhalten, sondern noch weiter ausbauen. Diese Entwicklung darf durch eine zu ehrgeizig angelegte EEG-Novelle keinesfalls gefährdet werden.“

Cramer wies weiter darauf hin, dass in der EEG-Debatte auch die fortschreitende Entwicklung der Technologien und die dadurch möglichen Kostensenkungen berücksichtigt werden sollten. „Das deutsche EEG ist ein Exportschlager mit Vorbildfunktion. Die hervorragende Position der deutschen Systemtechnik für Photovoltaik muss im Hinblick auf den Exportmarkt weiter ausgebaut werden. Wir hoffen, dass der von der Bundesregierung eingeschlagene Weg zur Förderung der regenerativen Energien über das EEG zu Ende gegangen wird und dass Deutschland auch nach der Novellierung hier seine Vorreiterrolle weiterhin behaupten kann“, betonte Cramer.

Zum Abschied sagte Sigmar Gabriel, dass er beim „Weltmeister“ SMA viel gelernt habe. „Ich nehme wichtige Hinweise der Industrie für die Erneuerbare Energien-Debatte der mit.“