Der Krieg im Iran treibt die Preise für fossile Energieträger seit Februar. Die Abhängigkeit von teuren Öl- und Gasimporten belastet Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen – die Versäumnisse bei der Verkehrs- und der Wärmewende sind für alle spürbar. Dass die Strompreise im Land diese extremen Preissprünge nicht mitgemacht haben, liegt am erfolgreichen Ausbau der Erneuerbaren in der Stromversorgung: Der große Anteil erneuerbarer Energien am Strommix wirkt nachweislich preisdämpfend.
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser: „Die aktuelle Energiekrise zeigt erneut: Erneuerbare Energien stärken Versorgungssicherheit, stabilisieren Preise und schaffen Wertschöpfung vor Ort. Gerade deshalb erwarten wir von der Energieministerkonferenz ein klares Signal für die Energiewende, gegen bundespolitische Bremsversuche und für verlässliche Investitionsbedingungen in allen Sektoren.”
Der Kurs des Bundeswirtschaftsministeriums steht im Widerspruch zur Bedeutung der Erneuerbaren für Resilienz und regionale Wertschöpfung. Mit einer Reihe von Gesetzesentwürfen – EEG, Netzpaket, Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG, vorher Kraftwerksstrategie) sowie Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) – droht der Ausbau der Erneuerbaren massiv ausgebremst zu werden. Der dringend notwendige Umbau des bislang fossil dominierten Energiesystems würde damit um Jahre verzögert.
Die geplanten Regelungen treffen unterschiedlichste Bereiche der Energiewende. Förderstopp und der Zwang zur Selbstvermarktung bei Dach-PV-Anlagen würde vielen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe verwehren und wichtige Akteure der Energiewende faktisch ausschließen. Gleichzeitig belastet der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket erneuerbare Großprojekte über Jahre mit unkalkulierbaren Risiken und macht sie damit vielerorts unfinanzierbar.
Während das Bundeswirtschaftsministerium auf der einen Seite die Rahmenbedingungen für Erneuerbare umfassend verschlechtern will, sollen fossile Energieträger bevorzugt werden: Das StromVKG bevorzugt klar Gas als wichtigsten Energieträger, Speicher und Biogas werden bei den Ausschreibungen diskriminiert. Auch beim GModG gibt es Rückschritte zugunsten fossil betriebener Heizungsanlagen, die länger und mit einem geringeren Anteil erneuerbarer Energieträger betrieben werden dürfen.
Dieser Kurs verhindert nicht nur Planbarkeit und ist Gift für Investitionen in Erneuerbare, die die Länder und Kommunen benötigen; er gefährdet auch das Erreichen der Klimaziele und die Akzeptanz vor Ort.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien als wichtiges Thema der nun anstehenden Konferenz auf Norderney spielt für das Industrieland Nordrhein-Westfalen eine herausragende Rolle. Dazu Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW: „Für die energieintensiven Unternehmen und die regionale Wirtschaft ist jetzt ein klares Signal der Ministerkonferenz für eine resiliente Zukunft notwendig. Wer den Ausbau der Erneuerbaren Energien ausbremst, gefährdet den Wirtschaftsstandort NRW und bürdet den Bürgerinnen und Bürger unnötig hohe Kosten auf. Die aktuellen Entwürfe zum EEG und Netzpaket und die unlängst vom Kabinett verabschiedeten Gesetze schaffen neuen Hemmnisse für den EE-Ausbau sowie fossile Pfadabhängigkeiten, die es schleunigst zu verlassen gilt. Wir setzen daher drauf, dass NRW-Energieministerin Mona Neubaur sich auf Norderney für einen Kurswechsel einsetzt.„





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