Der Münchner Konzern hofft für das zweite Halbjahr auf ein Anziehen des Photovoltaik-Marktes – vor allem getrieben durch die Nachfrage in China. Zugleich erwartet Wacker Chemie dann steigende Preise für Polysilizium.
Die Produktion ist erst seit kurzem wieder komplett hochgefahren, da brannte es erneut im US-Werk von Wacker Chemie. Diesmal war die Produktion davon aber nicht betroffen, sondern ein Nebengebäude. Nach einer Wasserstoff-Explosion im Herbst 2017 läuft die Fertigung erst seit Ende vergangenen Jahres wieder auf voller Kapazität.
Vor allem die gesunkenen Preise für Polysilizium und gestiegene Energiekosten drückten das operative Ergebnis mehr als erwartet. An seiner Jahresprognose hält der Münchner Konzern jedoch fest.
Das Nachrichtenmagazin berichtet über fragwürdige Methoden der Beratungsfirma, die für verschiedene Konzerne erfolgreich im politischen Berlin und Brüssel lobbyiert. Einer der prominenten Kunden ist Wacker Chemie, das im Kampf um das Ende der Mindestimportpreise auf die Hilfe der Lobbyisten zurückgriff und dafür jährlich wohl 250.000 Euro zahlte.
Bei der Vorlage der Jahresbilanz für 2018 bestätigte der Münchner Konzern am Dienstag die im Januar veröffentlichten vorläufigen Zahlen. 2019 erwartet Wacker angesichts von Überkapazitäten für Solarsilizium in China und steigenden Energiekosten ein schwieriges Jahr.
Der Münchner Konzern rechnet mit mehr Umsatz im laufenden Geschäftsjahr. Das EBITDA wird aber bis zu 20 Prozent niedriger als 2018 erwartet, vor allem weil die Durchschnittspreise für Polysilizium im laufenden Jahr weiter sinken werden.
Konzernweit konnte das Münchner Unternehmen einen steigenden Umsatz verbuchen. Die im vergangenen Jahr gesunkenen Preise für Polysilizium schlagen sich im Spartenergebnis jedoch deutlich nieder. Dazu kommt die vorübergehende Stilllegung der US-Produktion nach einer Wasserstoffexplosion.
China hatte die Importauflagen für EU-Polysilizium im Mai 2014 eingeführt. Der deutsche Produzent Wacker Chemie hatte daraufhin mit dem chinesischen Handelsministerium eine eigene Mindestimportpreisregelung ausgehandelt.
Wegen des „herausfordernden Marktumfelds“ bei Solarsilizium ist Wacker Chemie zufolge im dritten Quartal 2018 sowohl der Konzernumsatz als auch der Gewinn niedriger als vor einem Jahr. Die Wachstumspotenziale für die Photovoltaik seien jedoch ungebrochen hoch.
Der Chemiekonzern aus München geht davon aus, dass das chinesische Handelsministerium Ende Oktober eine Entscheidung treffen wird. Das US-Werk von Wacker befindet sich nach der vorübergehenden Stilllegung wegen einer Explosion noch in der Hochlaufphase.