Der Verband will den Betreibern von Photovoltaik-Anlagen mit seinem Merkblatt bei der Erfüllung der neuen Vorgaben helfen. Aktuell gilt noch eine Übergangsfrist bis Ende Februar 2022. Eigentlich sollten die neuen Vorschriften bereits seit 1. Oktober gelten.
Die Abschaltung der verbliebenen sechs AKW wird keine nennenswerten Auswirkungen auf die Stromkapazitäten haben, wie es von den Berliner Forschern heißt. Vielmehr ebnet der Atomausstieg den Weg für den überfälligen Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co.
Rund 15.000 Besucher werden an den drei Messetagen in München erwartet. Die Zeichen für die Photovoltaik- und Speicherbranche stehen auf Wachstum, doch ein bisschen mehr politischer Rückenwind kann nach Ansicht des Bundesverbands Solarwirtschaft nicht schaden. Er geht von einem Photovoltaik-Zubau von etwa 5,4 Gigawatt in diesem Jahr aus.
Die neue Bundesregierung müsse in den ersten 100 Tagen unter anderem die Photovoltaik-Ausbauziele an die Klimaziele anpassen und den solaren Eigenverbrauch stärken. Eine Solarpflicht auf Bundesebene hat für den Verband keine Priorität.
In den ersten sieben Monaten des Jahres hat die Bundesnetzagentur damit eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von knapp 3,2 Gigawatt erfasst. Die Solarförderung sinkt im September erneut um 1,4 Prozent. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert einen schnellen Abbau der Barrieren für gewerbliche Photovoltaik-Dachanlagen – dies ist zum einen die Bemessungsgrundlage für die Marktprämie, zum anderen der Ausschreibungszwang für Systeme über 300 Kilowatt.
Der Verband fordert daher unmittelbar nach der Wahl ein Beschleunigungsgesetz für den Photovoltaik-Ausbau. Im ersten Halbjahr ist die Nachfrage um etwa 22 Prozent gewachsen, zugleich gibt es einen großen Einbruch bei neuen gewerblichen Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 300 und 750 Kilowatt Leistung.
Der Branchenverband kritisiert, dass Betreiber kleiner Anlagen künftig 120 statt 50 Euro für die Registrierung bezahlen müssen, wenn der Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums umgesetzt wird. Das sei vor allem für Ü20-Anlagen ein Problem.
Der BSW-Solar, bne und der BDEW monieren vor allem die fehlende Anpassung der Ausbauziele für Photovoltaik und Windkraft im neuen Gesetz. Zugleich gibt es auch kleine Lichtblicke. Zugleich ist auch das verschärfte Europäische Klimagesetz verabschiedet worden, bei dem Deutschland ebenfalls nach Ansicht der Grünen auf der Bremse stand.
Mit einem Offenen Brief hat der Bundesverband gefordert, die Photovoltaik-Ausbauziele auf mindestens 200 Gigawatt bis 2030 anzuheben – und zwar noch vor der parlamentarischen Sommerpause. Eine von 10.000 Menschen unterzeichnete Petition mit dem Titel „Solaroffensive statt Schneckentempo in Bayern“ haben zudem mehrere Verbände an die Staatskanzlei übergeben.
Solarparks können Flächen ökologisch aufwerten, sind der Naturschutzbund und der Bundesverband Solarwirtschaft überzeugt. Ein gemeinsames Papier legt jetzt Kriterien fest, anhand derer sich bemessen lässt, ob eine Photovoltaik-Freiflächenanlage dem Natur- und Artenschutz dient.