Kurzfristige Maßnahmen: Ein Schlüssel zur Unabhängigkeit von russischen Gasimporten liegt im Umstieg auf erneuerbare Wärme und Energiesparen. Martin Pehnt erläutert, wie Installateure und Verbraucher kurzfristig vorgehen können. Er ist wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) in Heidelberg.
Zubau: Photovoltaik an der Fassade ist immer noch eine Nische. Während bauwerkintegrierte Fassadenanlagen individuell geplant und konstruiert werden müssen, gibt es für vorgehängte Photovoltaikfassaden standardisierte Montagesysteme. Insgesamt könnten so Flächen für weitere 200 Gigawatt Solarleistung erschlossen werden.
Anlagenzertifikat: Viele gewerbliche Photovoltaikanlagen sind eigentlich fertiggestellt. Doch sie dürfen nicht ans Netz, weil die Betreiber das Anlagenzertifikat nicht vorweisen können und dessen Erstellung Monate dauert. Es gibt individuelle Auswege, doch die Branche versucht, auch eine generelle Verbesserung zu erreichen.
Zuverlässigkeit: Die erwartbare Lebensdauer von Wechselrichtern liegt deutlich unter der von Modulen. Ein Tausch der Wechselrichter noch innerhalb der EEG-Vergütungszeit ist bei vielen Projekten trotz hoher Kosten schon mit einkalkuliert. Um künftig langlebigere Wechselrichter zu entwickeln, wird an den Fehlerursachen und besseren Komponenten geforscht. Wer ein paar Regeln beim Anlagenbau beachtet, kann schon jetzt die Lebensdauer von aktuellen Wechselrichtern verbessern.
Hybridkraftwerke: Die Dimensionierung der Netzanschlüsse für kombinierte Solar- und Windkraftwerke sollte auf Basis der Photovoltaikleistung erfolgen. Zusammengerechnet würde die nominale Leistung nur in einer Woche im Jahr erreicht, sagt Julia Badeda von Abo Wind. Ihr Unternehmen realisiert im Energiepark Gielert erstmals ein solches Projekt, das die Investitionskosten senken und zugleich viel Potenzial für Speicheranwendungen bieten könnte. Doch dafür sind noch rechtliche Anpassungen erforderlich.
Flächen: Experten sind sich weitgehend einig, Deutschland hat genug Flächen, um die erhöhten Ausbauziele zu erreichen. Doch Planer und Projektierer von Freiflächenanlagen sehen sich gerade auf kommunaler Ebene zahlreichen Hemmnissen gegenüber, die in der Bundespolitik bislang nicht erkannt werden. Dabei gibt es Möglichkeiten, um dies künftig zu ändern – entweder über das Baugesetzbuch oder durch Flächenvorgaben für die Länder.
Ertragsdifferenzen: Wie weit kann man den Angaben von Wechselrichter-Wirkungsgraden vertrauen? Andreas Hensel, Franziska Hans und Steffen Eyhorn vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) haben nachgemessen, dass Wirkungsgradangaben auch gerne um 0,4 Prozentpunkte zu optimistisch ausfallen können. Sie erklären, woran das liegt und was es für die Planung und Auslegung einer Photovoltaikanlage bedeutet.
Dekarbonisierung: Firmenchefs, die noch nicht dabei sind, ihre Emissionen auf null zu reduzieren, riskieren die Existenz ihres Unternehmens. Es gilt, alle Hebel in Bewegung zu setzen. Einer ist die Stromversorgung.
Schnellladepunkte: Der Markt für öffentliche Ladeinfrastruktur scheint sich zunehmend in Richtung Superschnelllader auf Supermarktparkplätzen zu entwickeln. Die Betreiber von Supermärkten und Ladeinfrastruktur haben dafür gute Gründe und Autofahrende kommen einfacher an Fahrstrom. Ein Modell für die Zukunft?
Sicherheit: Die Detektion von Lichtbögen in elektrischen Anlagen ist ein Hinweis auf Beschädigungen und hilft, Schäden bis hin zum Großbrand zu vermeiden. Bislang lieferte das Verfahren jedoch nicht immer zuverlässige Resultate. Ein neuer Standard für die Prüfung der Detektoren soll das ändern.