WU-Studie: Wirtschaftlichkeit großer Batteriespeicher von vielen Faktoren abhängig

WU Wien, Parameter, Batteriespeicher

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Der Markt für große Batteriespeicher in Österreich stellt sich ähnlich dar wie in Deutschland. Den Netzbetreiber liegen Netzanschlussbegehren im Gigawattmaßstab vor, doch die vorhandenen Netzkapazitäten für solche Projekte sind rar. Daher rücken flexible Netzanschlussvereinbarungen in den Fokus. Gleichzeitig sucht die Behörde E-Control – vergleichbar mit der Bundesnetzagentur in Deutschland – noch nach einer passenden Definition für system- und netzdienliche Speicher und passende Netzentgelte. Dazu läuft aktuell eine Konsultation und die Ergebnisse werden noch für dieses Jahr erwartet.

Gleichzeitig werden auch in Österreich mehr Flexibilitäten im Stromnetz benötigt. „Großbatteriespeicher können in Österreich ein relevanter Flexibilitätsbaustein werden“, sagt Jonas Puck, Professor am Institut für International Business der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien. „Ob Projekte wirtschaftlich tragfähig sind, entscheidet sich aber nicht allein an der Technologie, sondern vor allem an Netzanschluss, Netzentgelten, Genehmigungen und einer belastbaren Vermarktungsstrategie“, sagt er weiter.

Genau dies zeigen die Wiener Forscher in ihrer Untersuchung „Charging Ahead: Showcasing the Attractiveness of Standalone BESS Investments in Austria“ auf. So sind Batteriespeicher gut geeignet, die Strom aus Photovoltaik und Windkraft in Zeiten hoher Einspeisung aufzunehmen und später wieder auszuspeichern. Auch für Systemdienstleistungen zur Netzstabilität und Frequenzhaltung lassen sie sich nutzen.

„Der österreichische Markt bietet derzeit grundsätzlich ein attraktives Umfeld für Stand-alone-Batteriespeicher“, so das Fazit der WU Wien. Erlöse ließen sich den Einsatz der Speicher in verschiedenen Märkten, insbesondere im Day-ahead- und Intraday-Handel sowie in Regelleistungsmärkten generieren. Gleichzeitig sei die Entwicklung kein Selbstläufer, so die Wiener Forscher weiter. Mit zunehmender Zahl an Projekten stiegen zum einen der Wettbewerbsdruck und zum anderen auch die Anforderungen an Planung, Finanzierung und Betrieb.

Die Forscher zeigen mit ihrer Arbeit auf, dass nicht nur technische Parameter für die Wirtschaftlichkeit großer Batteriespeicher wichtig sind, sondern mindestens ebenso relevant seien Standortqualität, Netzanschluss, Genehmigungsverfahren, Netzentgelte, technische Restriktionen und die konkrete Vermarktungsstrategien. Für Projektierer und Investoren komme es darauf an, die Chancen realistisch zu bewerten. Zudem sollten Projekte so strukturiert werden, dass sie auch unter konservativen Annahmen noch wirtschaftlich tragfähig seien, so die Forscher weiter.

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