Die Produktionsstraße für Solarzellen von Meyer Burger in Bitterfeld-Wolfen wird künftig in den USA eingesetzt. Wie die Insolvenzverwalter der deutschen Meyer-Burger-Gesellschaften mitteilten, hat das US-Start-up Swift Solar wesentliche Vermögenswerte von Meyer Burger übernommen. Dazu gehören die Zellfertigung in Bitterfeld-Wolfen, eine in Hohenstein-Ernstthal entwickelte Fertigungsanlage sowie das gesamte geistige Eigentum.
Nach Angaben der Insolvenzverwalter verfügen beide Anlagen jeweils über eine Produktionskapazität von etwa einem Gigawatt. Über den Kaufpreis und weitere Vertragsdetails vereinbarten die Parteien Stillschweigen.
Nach Angaben der Insolvenzverwalter war zuvor versucht worden, Investoren für eine Fortführung der Produktion an den deutschen Standorten zu finden. Zwar habe es Interesse mehrerer internationaler Investoren gegeben, eine Lösung für den Weiterbetrieb der Werke sei jedoch nicht zustande gekommen. Schließlich habe man mit Swift Solar einen Käufer gefunden, der die Anlagen und Technologien übernimmt.
Swift Solar ist ein US-Start-up aus Kalifornien, das an Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen arbeitet, bei denen eine Perowskit-Schicht auf eine Siliziumzelle aufgebracht wird, um höhere Wirkungsgrade zu erreichen. Das Unternehmen plant, eine Produktion im Gigawattmaßstab in den USA aufzubauen. Als Basis für Tandemzellen sollen nun also die Heterojunction-Zellen von Meyer Burger zum Einsatz kommen. Nach Angaben des Unternehmens sollen die übernommenen Produktionsanlagen und das Know-how aus der Meyer-Burger-Fertigung dazu beitragen, die Industrialisierung der Tandemtechnologie zu beschleunigen.
Zum Team von Swift Solar stoßen mehrere ehemalige Meyer-Burger-Mitarbeiter. Dazu gehört unter anderem der frühere Meyer-Burger-CEO und CTO Gunter Erfurt, der das Start-up bereits seit einiger Zeit als Mitglied des Advisory Boards unterstützt. Auch Marcel König, früher globaler Leiter Forschung und Entwicklung bei Meyer Burger, wechselt zu Swift Solar.
Meyer Burger hatte, nachdem das Unternehmen lange Zeit Produktionsanlagen für die Solarindustrie verkauft hatte, selbst mit der Produktion von Heterojunction-Solarzellen und -modulen begonnen. Dafür baute das Unternehmen Zellfertigungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie eine Modulproduktion in Deutschland und in den USA auf.
Der Aufbau einer westlichen Solarproduktion erwies sich jedoch als schwierig. Der starke Preisverfall bei Solarmodulen setzte Hersteller außerhalb Chinas besonders ab 2023 unter Druck. Schließlich meldeten die deutschen Gesellschaften Insolvenz an, während das US-Geschäft ein Insolvenzverfahren nach amerikanischem Recht einleitete.
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