PV-Symposium: „Geleakte EEG-Vorschläge sind nur Arbeitsstand“

PV-Symposium, Eingang, Plakat, Sponsoren, 2026

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Ob die Momentaufnahme des deutschen Photovoltaik-Markts den Trend zeichnet oder eine Momentaufnahme bleibt, dürfte sich auch mit dem Verlauf der Diskussionen zum geleakten EEG-Referentenentwurf entscheiden, der vergangene Woche die Branche aufschreckte. Im Januar lag – bei allen Unsicherheiten in der Zählung – der Photovoltaik-Zubau im Heimsegment 32 Prozent unter dem des Vorjahresmonat, im Gewerbesegment sogar 44 Prozent darunter. Das Freiflächensegment lag 123 Prozent im Plus. So die Zahlen, die Jörg Ebel, einer der Präsidenten des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), zur Eröffnung des PV-Symposiums im Kloster Banz in Bad Staffelstein präsentierte.

Mit der verpflichtenden Direktvermarktung für alle Anlagen unter 100 Kilowatt, dem Wegfall der Einspeisevergütung unter 25 Kilowatt, der Abschaffung des Volleinspeiserbonus und einer einheitlichen Marktprämie für alle Anlagen ab 25 Kilowatt enthalte der geleakte Entwurf alles, was man benötige, wenn man das Kleinanlagensegment abwürgen wolle, so Ebel.

Gleichzeitig sollen Ausschreibungsmengen für Freiflächenanlagen von 9 auf 14 Gigawatt erhöht und die Laufzeit der geplanten Ausschreibungen bis 2032 verlängert werden. „Jetzt könnte man denken, es sähe super aus für Freiflächenanlagen“, sagt Ebel. Doch auch für diese werde es schwierig, wenn das Netzpaket so beschlossen würde, wie es jetzt vorliegt. Das liegt zum Beispiel an der Einschränkung der Vergütung im Redispatchfall und an der Diskussion zu den Baukostenzuschüssen für Erzeuger. Doch auch in diesem Fall handelt es sich wie dem EEG-Entwurf auch erst um einen geleakten Referentenentwurf.

Ebel gibt sich optimistisch. „Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass es sich nur um einen Arbeitsstand handelt“, sagt er. Er kenne niemand außer dem Bundesministerium für Energie und vielleicht Eon, der die Vorhaben für eine gute Idee hält. Er sieht im Gegenteil die große Chance, in der Debatte jetzt Netzbetreiber und Erzeuger zusammenzubringen.

Dass des volkswirtschaftlich sinnvoll ist, Redispatchrisiken den Erzeugern zu geben, bezweifelt auch Silvana Tiedemann in der anschließenden Diskussion. Das erhöhe die Kapitalkosten und diejenigen, die die Risiken dann tragen, könnten kaum Gegenmaßnahmen ergreifen, sagt die Geschäftsführerin von Neon Neue Energieökonomik

Es könnte sein, dass das vor zehn Jahren vorgestellte VDE-Konzept des zellularen Ansatzes jetzt mehr Gehör findet als damals. Das war zumindest auf dem Panel in Staffelstein der Fall. Batteriespeicher könnten Erzeugungs- und Lastspitzen an Umspannwerken ausregeln, sagt Volker Schöller, CTO von Schoenergie. Er wirbt dafür, diese Speicher netzbildend zu bauen, damit das System wirklich stabil und resilient werde (siehe pv magazine highlight September 2025).

Schöller will die jetzt auf dem Tisch liegenden Ideen des Bundeswirtschaftsministeriums mit einem Gegenvorschlag, wie die Energiewende funktionieren kann, kontern. „Sonst werden von den zehn Negativ-Vorschlägen vielleicht die drei schlimmsten wegverhandelt, aber die anderen sieben bleiben“, sagt er unter großem Applaus des Publikums. Dass es keine einfachen Vorschläge geben kann, zeigte die Diskussion jedoch auch – das System ist einfach sehr komplex.

Das trifft auch beim Reizthema der vergangenen Monate zu, wie Netzbetreiber Anschlüsse vergeben sollen. Joachim Kabs, Vorstandsvorsitzender des VDE FNN und Geschäftsführer von Bayernwerk Netz, hält das Windhundprinzip nicht für angemessen. Allerdings ist auch das derzeit diskutierte Reifegradverfahren problematisch. Silvana Tiedemann wendet ein, dass das Reifegradverfahren erfordere, dass viele Projekte bereits weit entwickelt werden müssten und das zu stranded assets führen könne. Sie hält eine Pönale für sinnvoller, wenn man einen zugesprochenen Anschluss nicht nutzt.

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