von ESS News
Der chinesische Hersteller von Batterielösungen Anker Solix hat die „Solarbank Max AC“ auf den Markt gebracht, ein modulares 7-Kilowattstunden-Heimspeichersystem, das für die Nachrüstung bestehender Photovoltaik-Dachlagen konzipiert ist und über einen bidirektionalen 3,5-Kilowatt-Wechselrichter verfügt. Anker Solix selbst bezeichnet es als „weltweit erstes 7-Kilowattstunden-All-in-One-Plug-in-Heimspeichersystem“. Die Kapazität sei bis auf 42 Kilowattstunden erweiterbar, hieß es bei der Vorstellung des Produkts in Amsterdam am Donnerstag. Das modulare AC-Batteriesystem könne dazu fünf zusätzliche LFP-Batteriemodule mit jeweils 7 Kilowattstunden aufnehmen.
Das Produkt stellt eine Erweiterung der bestehenden „Solarbank“-Produktreihe von Anker Solix in Europa dar, die sich bisher vor allem auf Photovoltaik-Balkonanlagen konzentriert. Die „Solarbank 3 E2700 Pro“ bietet 2,688 Kilowattstunden pro Einheit und eine Gesamtkapazität von bis zu 16 Kilowattstunden bei einer Leistung von 800 bis 1200 Watt. Das im August 2025 eingeführte „Solarbank Multisystem“ erweiterte dies noch, indem es den parallelen Betrieb von bis zu vier „Solarbank 3 Pro“-Einheiten über ein zentrales „Power Dock“ ermöglichte. Damit ließen sich bis zu 64 Kilowattstunden Kapazität und 4,8 Kilowatt Leistung erreichen.
Nun verfolgt Anker Solix mit „Solarbank Max AC“ einen anderen Ansatz: eine einzige, größere Basiseinheit, die sich an Haushalte mit bestehender Photovoltaik-Anlage richtet, die einen Batteriespeicher ohne vollständigen Wechselrichteraustausch wünschen. Zudem besitzt das System eine Plug-in-Funktionalität für Heimwerker.
Anker Solix gibt an, dass das System unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einhaltung der lokalen Vorschriften, die sich von Land zu Land in Europa unterscheiden, selbst installiert werden kann. Für den vollen Betrieb als Heimspeicher und die volle Leistungsabgabe ist in der Regel eine professionelle Installation erforderlich. In Deutschland beispielsweise ändern sich die Vorschriften zunehmend zugunsten des Plug-in-Betriebs, einschließlich des Ladens aus dem Netz, mit Leistungsgrenzen von bis zu 800 Voltampere, was bedeutet, dass Eigeninstallation und Selbstanmeldung nur bis zu einem gewissen Grad zulässig sind.
Der 3,5-Kilowatt-Wechselrichter übernimmt sowohl das Laden als auch das Entladen, und bei einem Netzausfall schaltet das System in weniger als 10 Millisekunden auf netzunabhängigen Betrieb um und liefert über eine Wechselstromsteckdose am Gerät bis zu 3,68 Kilowatt. Die Spitzenleistung erreicht 5250 Watt für bis zu 10 Sekunden und 7000 Watt für bis zu 1 Sekunde am Basisgerät. Dies reiche aus, um die Einschaltströme von Pumpen und Kühlschränken zu bewältigen. Mit einer oder mehreren zusätzlichen Erweiterungsbatterien steigen diese Werte auf 7500 Watt (10 Sekunden) und 10.000 W (1 Sekunde). Die Entladetiefe beträgt 100 Prozent. Die Roundtrip-Effizienz der Geräte veröffentlichte Anker Solix zum Zeitpunkt der Präsentation noch nicht.
Die Zykluslebensdauer beträgt 10.000 Zyklen, was nach Angaben des Unternehmens etwa 15 Jahren täglichem Gebrauch entspricht, und das System verfügt über eine 10-jährige Garantie.
Das Hauptgerät entspricht der Schutzart IP66 und verfügt über die Korrosionsschutzzertifizierung C5-M. Es ist für einen Betriebstemperaturbereich von -20 bis +55 Grad Celsius ausgelegt, wiegt 73 Kilogramm und hat Abmessungen von 670 mal 356 mal 325 Millimeter. Die Standmontage ist Standard; eine Sockelhalterung ist separat erhältlich. Jede „BP7000“-Erweiterungsbatterie wiegt 63 Kilogramm und erhöht das Gerät um 275 Millimeter pro Einheit. Die Kommunikation erfolgt über WLAN und RS485.
Das System wird über die Anker-App verwaltet, die auch Anker Intelligence unterstützt, die Energiemanagement-Software des Unternehmens, die in Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif eine automatische Lade- und Entladeoptimierung ermöglicht. In die App ist zudem ein Sprachassistent namens „Anka“ integriert, eine neue Funktion.
Vorverkaufskampagne mit Sonderangeboten ab 26. Mai
Die „Solarbank Max AC“ kann seit dem heutigen Tag zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 2299 Euro in Deutschland über die Anker Solix-Website vorbestellt werden. Erweiterungsbatteriemodule kosten jeweils 1799 Euro, wodurch ein vollständig erweitertes 42-Kilowattstunden-System vor etwaigen Sonderangeboten auf rund 11.294 Euro kommt*. Die Preise hängen in anderen europäischen Ländern von der Mehrwertsteuer ab. Anker wies darauf hin, dass ab dem 26. Mai 2026 eine Vorverkaufskampagne mit Sonderangeboten starten soll. In Deutschland sind darin ein kostenloser Smart Meter „Gen 2“ und eine „Anker Power Bank“ enthalten. Die ersten Auslieferungen sollen dann ab Juni erfolgen, hieß es von Anker Solix.
*Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel am 10.4. korrigiert. Anker Solix hatte in seiner ursprünglichen Meldung den empfohlenen Verkaufpreis mit 2229 Euro zu niedrig angegeben. Er liegt bei 2299 Euro.
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Da machen jetzt alle herkömmlichen Speicherhersteller dicke Backen.
Auf sowas warte ich seit Jahren. Und genau solche Geräte werden meiner Meinung nach in Zukunft immer mehr den Markt durchdrängen und die „komplexen“ Anlagen – zumindest im Privathaushalt – auf Sicht mehr oder weniger vollständig verdrängen.
Plug & Play, vollständige Selbstmontage bei Einhaltung aller notwendigen Regeln. Vollständige Kommunikation und Flexibilisierung inkl. Skalierung. Und das zu einem Preis, bei dem zumindest die bisherigen Anbieter „ähnlicher“ Lösungen einpacken können.
Aus Heim-PV wird ein einfaches massenhaftherstelltes Elektronikgerät – genau wie bei E-Autos. Dieser Weg ist aus meiner Sicht (technisch-historisch) nur konsequent und unaufhaltsam.
Die Konzerne merken: Der Umsatz kann gesteigert werden, wenn mehr Abnehmer da sind. Mehr Abnehmer sind da, wenn weniger Hürden da sind. Eine wesentliche Hürden in viele Ländern sind (ich übertreibe) „komplexe“ elektrische Umbaumaßnahmen. Das dauert zu lange, schreckt viele ab, kostet Geld. Es muss „zack zack“ gehen, sofortigen Vorteil spüren und für jeden machbar. Und genauso kommt es nun und das wird sicherlich die Zukunft sein.
@HD
Schön zusammengefasst. Genau so ist es. Und in 10 Jahren werden die Preise so attraktiv sein, dass man dumm ist, wenn man sich so ein Gerät nicht zulegt. Ich weiß noch gut, wie die 286er PCs was für ausgebuffte Nerds waren. Heute hat jeder einen leistungsfähigeren Computer in der Hosentasche. Die Geschichte wiederholt sich – in diesem Falle Gott sei dank! 🙂
VG
Liest sich gut, aber wieso brauchen die traditionellen Hersteller extra hardware damit netzunabhängig Notstrom ins Haus eingespeist werden kann? Und wie garantiert Anker Solix, daß kein einziges Watt Leistung eingespeist wird bei Netzausfall ohne dieses Gerät? Weil ich meinen Wechselrichter nicht austauschen wollte habe ich mich für eine AC gekoppelte Lösung von Zendure entschieden, die haben die eine transparente homepage und gute reviews, und ich bin sehr zufrieden mit dem Speicher. Klar ist das etwas mehr Umwandlungsverlust, aber das stört mich nicht, ist im Winter eine kleine Zusatz-Raumheizung.
Vermutlich weil das hier kein richtiger Notstrom ist. Sondern nur 1 Steckdose die weiterläuft an die ich einzelne Geräte hänge. Im Prinzip eine Powerbank. Das gibt es von den trad. Hersteller auch sehr günstig und öfter mal so mit dabei. Eine Heizung läuft damit nicht weiter, es sei denn du bastelst da ein Schuko-Stecker dran. Für Notstrom im Haus müssen alle 3 Phasen geschaltet werden und dazu braucht es dann extra Schalter und Leistungsmesser.
Den Kühlschrank und die WW-WP kann ich mit der Steckdose sehr lange mit Notstrom betreiben.
Ein geniales und modulares System zu angenehmen Preisen.
Wenn ich bedenke, was ich vor 6 Jahren für meine 20 kWh Batterie bezahlt habe. Wenn diese EOL ist, kann ich einen Ersatz zum Bruchteil der ursprünglichen Kosten aufbauen und dich denke, dass bis dahin die Preise noch weiter fallen werden.
„Den Kühlschrank und die WW-WP kann ich mit der Steckdose sehr lange mit Notstrom betreiben.
Ein geniales und modulares System zu angenehmen Preisen.
Wenn ich bedenke, was ich vor 6 Jahren für meine 20 kWh Batterie bezahlt habe. Wenn diese EOL ist, kann ich einen Ersatz zum Bruchteil der ursprünglichen Kosten aufbauen und dich denke, dass bis dahin die Preise noch weiter fallen werden.“
Das ist richtig, unterscheided es aber nicht von einer Powerbank. Aber ich verstand den Vorposter etwa in der Richtung natzunabhängigen Notstrom bei dem noch andere Dinge funktionieren und das er seinen Wechselrichter behalten möchte. Da hier nur AC angeschlossen wird ist es nach meiner Interpretation nur eine Powerbank. Eine Solaranlage müsste auch ganz klassisch offline gehen ohne Inselfunktion. Dieses Gerät im Artikel kann das meiner Meinung nach nicht, es sei denn die Solaranlage wird an diesen zusätzlichen WR von Anker angeschlossen. Dann tausche ich aber bis auf die Module und Kabel meine Altanlage. Weis jetzt nicht was daran innovativ ist.
@Frank Blechinger
Der Faktor Zeit / Dynamik wird i.d.R. völlig vergessen. Wer eine ältere Anlage hat, und die Zahlen noch im Kopf kennt, weiß das nur zu gut. Von Geschehnissen wie Ukraine, Iran und was da alles noch kommt mal ganz abgesehen.
Für’s gleiche Geld würde ich nach 8 Jahren heute eine Anlage bekommen, mit fast doppelter kWp und 4-facher Speichergröße. Das ist schon irre. Ich freue mich schon auf 2035 und auf das, was die Chinesen noch alles erfinden und produzieren werden.
Notstrom-Applikation. Jetzt mal ehrlich. Wann überhaupt ist solch ein System in Deutschland für den gemeinen Mann/Frau kostentechnisch relevant? Und das schreibe ich jetzt hier, der im Südwesten Berlins wohnt 😉
@Frank, ich habe aus meinem Umfeld eine große Menge an Anfragen.
Da tut sich aber das Problem auf, das viele Leute den „Notstrom“ falsch verstehen. Ein Speichersystem kann NUR auf einem extra Ausgang Notstrom einer bestimmten Leistung bereitstellen. Das gesamte Haus/Wohnung ist aber stromlos !!
Wenn man also den Speicher falsch erwirbt ( zu wenig Leistung am Notstromausgang ) dann kann man keinen Wasserkocher betreiben, sondern ne Lampe und Handys laden. Wenn die Wohnung aber versorgt werden soll – nennt sich das „Ersatzstrom“ und ist ne ganz andere Hausnummer. Die Wohnung muss sicher vom Netzt getrennt werden. Das wird hier immer durcheinander geworfen.
Völlig Banane^^ Die Notstrom Steckdose reicht völlig aus den e-Golf für etliche Kilometer zu laden und das auch, wenn an der Tanke der Sprit bereits sanktioniert wird; oder halt erwerblich zu Apotheken-Preisen wie momentan, um sonstwen damit reich zu machen, lol. Aber das war vorgestern. Heute lässt man den Akku erstmal sammeln und dann klemmt man das eAuto an bzw. mit Flextarif.
Btw. – ich fahre momentan für ca. 2€/100km teilweise sogar da drunter. Noch Fragen? : D
Kurze Frage in die Runde: Was hält man von meiner Idee, dieses Gerät einzusetzen mit 7 kWp Panelen und spezielle die Steckdose zu nutzten um damit das E-Auto manuell zu laden. Da ich eh immer im Home Office bin, könnte ich doch bei viel Sonne die 2,4 kW aus der Steckdose ins Auto laden, die 800 Watt reichen dann für´s Haus. Dann würde kein Strom verschenkt.
warum soll ich mein eauto nicht über den off grid port laden?
Gute Nachfrage – ich erkläre dir den Hintergrund:
Laut Anleitung der Solarbank 3 E2700 Pro (und sinngemäß auch für die Max‑AC‑Klasse) ist der Off‑Grid‑/Backup‑Port in erster Linie dafür gedacht,
bei Stromausfall oder für einzelne Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Router, Beleuchtung etc.)
mit begrenzter Leistung (z. B. 1200–2000 W, je nach Modus) versorgt zu werden.
Zum Thema E‑Auto steht dort ausdrücklich:
> Wir empfehlen, das E‑Auto an einer normalen Haussteckdose / Wallbox zu laden und die PV‑Module an die Solarbank anzuschließen. In dieser Konfiguration lädt die Solarbank das EV über das Hausnetz. Der Off‑Grid‑Port ist in erster Linie für wichtige Haushaltsgeräte bei Stromausfall vorgesehen, wir empfehlen nicht, das EV direkt über den Off‑Grid‑Port zu laden.
Hintergrund:
Dauerlast & hohe Ströme eines EV‑Laders sind deutlich höher und länger als bei üblichen Haushaltsgeräten.
Der Off‑Grid‑Ausgang ist nicht als dauerhafte EV‑Ladequelle ausgelegt, sondern als Not-/Backup‑Ausgang.
Über das Hausnetz kannst du zudem meist deutlich höhere Ladeleistungen nutzen als das, was der Off‑Grid‑Port bereitstellen kann.
Für deinen Anwendungsfall heißt das:
Solarbank Max AC auf 800 W Einspeisung begrenzen,
E‑Auto ganz normal an der Hausinstallation laden.
So nutzt du trotzdem deinen Solarstrom optimal – nur eben „indirekt“ über das Hausnetz statt direkt am Off‑Grid‑Port.
was ist ein bidirektionaler 3,5kW Wechselrichter? Wieder ne neue Wortschöpfung? Werde mal die SPEC lesen, wenn ich sie finde und berichten.
Bidirektionale Wechselrichter der üblichen Bauart wandeln bei Bedarf den Batteriestrom in Netzstrom um (in der Regel netzfolgend, also als Modulator arbeitend, nicht als Generator) und wenn sich der Bedarf ändert, kann die gleiche Schaltung umgedreht betrieben werden und statt Netzstrom aus Batteriestrom dann Batteriestrom aus Netzstrom erzeugen (also als Ladegerät arbeitend).
Man findet keine Spezifikation, nur schöne Webseiten
nahtloser Umschaltmodus, 3680 W Off-grid Anschluss.
Ich nehme an das ist der Notstromausgang. Die reden auch über bidirektionalen WR ??
Hallo an euch Experten,
wir hatten Stromausfall, dann habe ich an die Heizung einen Stecker gebaut. Diese dann in die Notstromsteckdose meines Balkonkraftwerke gesteckt. Danach gab es einen Knall, jetzt ist wohl die Platine defekt der Pellet Heizung. Wird mich wohl hunderte Euro kosten. Mein Kollege hat schon einen Kurs für unterwiesene EUP mitgemacht und meinte, dass es mit vertauschen von N und L möglich sein könnte. Was meint Ihr denke das muss doch alles Plug-in und Play laufen. Schon jetzt vielen Dank euch für eine kompetente Rückmeldung. .
Der Heizungssteuerung ist das normalerweise egal und PE ist bei einem UPS inverter (Generator) normalerweise potentialfrei, daher ist auch keine Unterscheidung von L und N möglich.
Kann es sein, dass du z.B. auf der Steuerungsseite noch Netzstrom anliegen hattest? Oder aber ein Kabel versehentlich in die Kleinspannungsklemmen geklemmt hattest?
Ein paar alte Inverter hatten noch Rechteck statt Sinus, aber da du Balkonkraftwerk schriebst, ist das mit ziemlicher Sicherheit nicht der Fall.