Eine vom Hersteller Anker Solix durchgeführte Auswertung von Nutzungsdaten aus rund 230.000 zufällig ausgewählten Kundensystemen zeigt deutliche Effekte von Stecker-Solargeräten in Kombination mit Batteriespeichern. Laut Analyse lag der Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms im Jahr 2025 im Schnitt bei 83 Prozent. Balkonkraftwerke ohne Speicher erreichen typischerweise Eigenverbrauchsquoten von 30 bis 40 Prozent. Insgesamt erzeugten die untersuchten Systeme rund 206 Millionen Kilowattstunden Solarstrom. Die Einsparungen beim Strombezug beliefen sich pro Haushalt auf etwa 270 bis 360 Euro im Jahr 2025.
Die Daten belegen eine klare Lastverschiebung durch integrierte Batteriespeicher. Demnach erfolgen 52 Prozent der Speicherladungen in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr, also während der typischen PV-Erzeugungsspitze. 68 Prozent der gespeicherten Energie werden hingegen in den Abendstunden zwischen 18 und 22 Uhr verbraucht, wenn der Strombedarf in Haushalten besonders hoch ist. Diese Verschiebung wirke sich laut Anker Solix Auswertung auf das Stromsystem aus. „Die aggregierte Spitzenlast wird laut Auswertung um etwa 120 bis 190 Megawatt reduziert, verteilt über Wohngebiete in ganz Deutschland“, heißt es in dem White Paper.
Ein weiteres Ergebnis betrifft die Netzeinspeisung. 34 Prozent der Systeme arbeiten im vollständigen Null-Einspeise-Modus. Weitere 38,5 Prozent speisen weniger als fünf Kilowattstunden pro Tag ins Netz ein. Damit werde ein Großteil solcher Anlagen weitestgehend netzneutral betrieben. Zusätzliche Effekte ergeben sich in Kombination mit dynamischen Stromtarifen und einem Energiemanagementsystem. Untersucht wurden Haushalte mit vollständig aktiviertem KI-basiertem Energiemanagement (EMS) im Zeitraum von Juli bis Dezember 2025.
Die Systeme nutzen Preis- und Wetterprognosen, lernende Verbrauchsprofile sowie eine Echtzeit-Optimierung, um Lade- und Entladeprozesse kontinuierlich anzupassen. Auch kurzfristige Abweichungen, etwa durch Wetteränderungen oder Lastspitzen, werden automatisch ausgeglichen. Im Durchschnitt sollen laut Anker Solix diese Haushalte einen zusätzlichen wirtschaftlichen Vorteil von rund 270 Euro innerhalb von sechs Monaten erzielt haben. Das entspricht einer Ertragssteigerung von etwa 20 Prozent gegenüber reinem Eigenverbrauch ohne Tarifoptimierung.
Der zusätzliche Effekt entsteht durch die gezielte Nutzung von Preisschwankungen. Während statische Stromtarife im Jahr 2025 im Schnitt bei rund 38 Cent pro Kilowattstunde lagen, zeigten dynamische Tarife typische Differenzen von 20 bis 35 Cent zwischen günstigen und teuren Stunden. Das Energiemanagementsystem reagiert auf diese Preissignale, indem es Strom gezielt zu günstigen Zeiten speichert und in Hochpreisphasen nutzt, um etwaigen Netzbezug zu vermeiden.
In gut dimensionierten Systemen, als Beispiel werden hier drei Kilowatt Photovoltaik-Leistung und fünf Kilowattstunden Speicher bei einem Haushaltsverbrauch von 5000 Kilowattstunden im Jahr genannt, lag der Mehrertrag bei rund 260 Euro im Halbjahr. In Einzelfällen entsprach das einer Steigerung von bis zu 78 Prozent.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Könnte man 206 Millionen Kilowattstunden nicht auch als 206 GWh schreiben? Finde das lesbarer. Klar klingt das nicht so beeindruckend.
@Jonathan:
Natürlich könnte man das so schreiben und man sollte das auch tun! Als Autor würden mir beim Schreiben die Finger abfallen, wenn ich 206 Millionen kWh schreiben würde.
„Balkonkraftwerke ohne Speicher erreichen typischerweise Eigenverbrauchsquoten von 30 bis 40 Prozent“
das zeigt mir ganz deutlich, daß in DE nach wie vor noch zu viel Gas und Öl (in welcher Form auch immer) im Spiel ist.
„Balkonkraftwerke ohne Speicher erreichen typischerweise Eigenverbrauchsquoten von 30 bis 40 Prozent“
nur mal zum Verständnis:
Ich bin mit meiner 1,5 kWp Anlage (+ 40 gr Azimut/ 37 gr Elevation/ Durchschnittlich 1100 kWh/a )
hier in Norwegen (59,61353° N, 11,07328° 0 / Raum Oslo) ca 95% Eigenverbrauch gefahren.
(Externer Netzbezug 3000 – 3500 kWh/a , kein BEV!/ Rest alles elektrisch / 2 Personen/ Haus ca 160 Wohnfläche freistehend – fast mitten im Wald/ IR Heizung zonengesteuert + WW -> el. via SmartHome gesteuert [gezielt auf PV Produktion])
Entweder habe ich etwas verkehrt gemacht oder man muss mir das Wort -> Eigenverbrauch neu definieren… 🤔
Der Mieterhaushalt für den das Balkonkraftwerk mal gedacht war verbraucht keine 5000 kWh. Eher 1.500-2.500 kWh. Hat keine elektrische Heizung und die Bewohner sind typischerweise tagesüber auf Arbeit.
Schöner Markentingartkel für die Fa. Anker:
Wenn die Anlagen noch kleiner sind, und der Jahresverbrauch noch höher, sind die Eigenverbräuche noch beeindruckender, o Wunder.
Letztlich muss man – wenn das ganze in der Breite umgesetzt wird – tatsächlich die Netzenzgelte auf den Anschluss umlegen; und den Arbeitspreis davon befreien. Alles Andere wäre unfair denjenigen gehenüber, die kein Balkon-PV errichten können.
So schön das für den Einzelnen ist – die Wahrheit ist eben auch, dass zu der Zeit wo man keinen Netzstrom benötigt, dieser quasi eh‘ kostenlos wäre. Und am 1. Weihnachtstag selbstverständlich Netzstrom für den Weihnachtsbraten erwartet…
Ist aber alles eine Frage der Anlagengröße und des sonstigen Verbrauchs.
Wenn man alle Anlagen in einen Topf wirft und die Verbraucher nebenan stellt kann man den Nutzen evtl. erkennen. Faktisch wird weniger Netzkapazität benötigt.
Momentan zerstören wir den Gedanken, dass Kleinanlagen Strom für die gemeinsame Werwendung produzieren (Speckgürtel speist Stadt). Bleibt für Mieter also evtl. die Bürgergenossenschaft oder teurer Stromtrasport.
Christian schrieb:
„Und am 1. Weihnachtstag selbstverständlich Netzstrom für den Weihnachtsbraten erwartet…“
Witzigerweise habe ich seit 4 Jahren jedes Weihnachten in der Mittagszeit den Strom kostenlos von meinem Anbieter bezogen und damit nicht nur geheizt, sondern wen ich zuhause war, auch gekocht und die Ente gebacken.
Das liegt daran, dass über die Weihnachtstage sehr viel Industrie mal nicht läuft, aber die Generatoren trotzdem produzieren (z.B. Wind). Es ist also Stromangebot da, aber keine Abnehmer. Mein Anbieter löst das Problem, indem Strom zu Spitzenerzeugungszeiten kostenlos abgegeben wird, was meine Nachbarn und ich damit quittieren, dass unsere 12kW Speicher geladen werden (automatisiert). Und natürlich die Wärmepumpen laufen ebenfalls, nebst Backofen, Waschmaschine etc.
Ob da nun die Windturbinen abgeschaltet werden (gegen Geld) oder aber Verbraucher anschalten, macht keinen Unterschied. Nur im letzteren Fall können dann Gaskraftwerke länger abgeschaltet bleiben, weil mit dem vorhandenen Wind-/Solarstrom eben die Speicher aufgeladen wurden.
Das bieten aber in Deutschland die Stromanbieter dem normalen Kunden nicht wirklich, obwohl es problemlos machbar wäre. Man kann eben nicht genug Erdgas importieren, die teuren LNG-Anlagen müssen sich ja irgendwie rentieren.
Es gibt wohl nicht Schöneres als Wind und Solar abzuschalten, statt zu nutzen und dann den Fehlbetrag mit Gaskraftwerken zu ersetzen. Zumindest wenn es nach Gas-Kathi und Co geht.
“ tatsächlich die Netzenzgelte auf den Anschluss umlegen“
dann muss erst mal offengelegt werden, wie die Stromflüsse/-mengen in den Verteilstromnetzebenen sich zusammensetzen (Tages-, Wochen-, Monats-, Jahresprofile, bspw. im Niedrigspannungsnetz, als ’neue‘ SLP/SEP (bereits?) definiert?, unter 100.000kWh/Jahr, zumindest bei einigen VNBs oder Stromanbietern)?
3 kWp PV und 5 kWh Akku sind keine Balkonkraftwerk mehr.
5000 kWh Verbrauch auch nicht unbedingt ein Mieterhaushalt.
75% Eigenverbrauch bekomme ich übrigens bei 2 kWp und 6.000 kWh Stromverbrauch auch ohne Speicher zusammen.