Generationswechsel bei Jinko – Effizienz steigt auf 24,8 Prozent

Photovoltaik-Modul mit Viertelcut, Jinko Solar

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Jinko Solar führt eine neue Topcon-Modulgeneration auf dem Markt ein: das Tiger Neo 3.0. Das 48-zellige Modul für den Aufdachbereich hat dabei bis zu 485 Watt und einen Modulwirkungsgrad von 24,27 Prozent. Für größere Projekte steht ein 66-Zellen-Modul zur Verfügung. Es hat bis zu 670 Watt Leistung und 24,8 Prozent Wirkungsgrad. Die Doppelglas-Module verbessern neben der Effizienz auch weitere Kennzahlen, wie das Schwachlichtverhalten und den Temperaturkoeffizienten. Parallel passt Jinko die Garantieleistungen an.

In der neuen Generation von Topcon-Modulen bringt der Modulhersteller alle graduellen Verbesserungen der letzten Jahre auf einer neuen Plattform mit zusätzlich deutlichen Änderungen an der Modularchitektur zusammen. Bereits das Tiger Neo 2.0 basierte auf N-Typ-Zellen und zeigte ein verbessertes Schwachlichtverhalten sowie eine geringere jährliche Degradation als die P-Typ-Vorgänger. Seit 2024 profitierten die Module zudem von einer modifizierten Metallisierungspaste mit stark verringertem Aluminiumanteil.

Das neue Tiger Neo 3.0 hat nun erstmals geviertelte Solarzellen, die mit einer Multi-Cut-Passivierung behandelt wurden. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um von den geviertelten Wafern zu profitieren. Sie verhindert die Rekombination von Ladungsträgern an den Schnittstellen und verbessert die Zelleffizienz.

Zudem ist die Metallisierung nach Herstellerangaben weiter verbessert worden. Dies erhöhe die Effizienz der Zellen um bis zu 0,5 Prozent, erläuterte Junior Product Manager Rachid Lamsairhri in einem pv magazine Webinar. Der geringe Aluminiumgehalt von unter einem Prozent in der neuen Paste erhöhe zudem die Korrosionsbeständigkeit. In Damp-Heat-Belastungstests hätten Zellen mit der neuen Metallisierung deutlich besser abgeschnitten.

pv magazine Webinar

Detaillierte Informationen zur neuen Modulgeneration Tiger Neo 3.0 können Sie in unserem kostenfreien pv magazine Webinar Technologiesprung bei Topcon – Solarerträge steigern mit Jinko Tiger Neo 3.0 Modulen vom 5. März nachschauen.

Auch die Zellrückseiten haben eine Überarbeitung erhalten. Eine neue Architektur der Passivierungsschicht auf der Rückseite und optimierte Filmschichtdicke verbessert Jinko zufolge die Bifazialität der Zellen. In der Produktion sei man von der Lasermodifikation zu alkalisch positivem Ätzen gewechselt. Insgesamt verbessere sich die Bifazialität dadurch um fünf Prozent auf 85 Prozent.

Auf der Rückseite erkennt man die neue Modulgeneration unter anderem daran, dass nur zwei Anschlussboxen verbaut sind. Dabei enthält eine Box zwei Bypassdioden und die andere eine Bypassdiode. Der neue Aufbau mit Viertel-Cut und neuer Verschaltung macht sich bei Verschattungen deutlich bemerkbar. In einem typischen Szenario, in dem auf einem Flachdach der untere Modulrand bei niedrigstehender Sonne von der davorstehenden Modulreihe verschattet wird, könnten die neuen Module nun 16 Prozent mehr Ertrag liefern, erläuterte Lamsairhri.

Ein weiterer Vorteil der gesteigerten Effizienz sei, dass die Module nun schon bei geringer Einstrahlung mehr Ertrag liefern. Der relative Leistungsvorteil bei Bestrahlungsstärken unter 400 Watt belaufe sich auf etwa drei Prozent. Da in Deutschland mehr als 70 Prozent der Betriebszeit eines Solarmoduls in Zeiten mit solch niedriger Einstrahlung fallen, sei insbesondere das Schwachlichtverhalten für hohe Erträge ausschlaggebend.

Geringere Widerstände und eine höhere Effizienz haben auch Auswirkungen auf die Erwärmung des Moduls bei Sonneneinstrahlung. Das Tiger Neo 3.0 verbessert den Temperaturkoeffizienten von -0,29 auf -0,26 Prozent pro Grad. Das heißt, die Leistungsverluste bei steigenden Temperaturen nehmen ab. Für das Jinko Tiger Neo 3.0 garantiert der Hersteller eine Degradation von höchsten einem Prozent im ersten Jahr sowie 0,35 Prozent pro weiterem Jahr über insgesamt 30 Jahre.

Für konkrete Herausforderungen bei der Installation bietet Jinko verschiedene Spezialmodule an. Als erstes soll im zweiten Quartal das Triple-Advantage-Modul erscheinen. Es hat eine höhere Belastbarkeit mit Schneelasten bis zu 7.000 Pascal und eine höhere Hagelbeständigkeit mit der Klasse 4. Außerdem fällt es in die beste Feuerwiderstandsklasse A. Im Verlauf des Jahres sollen dann noch ein Anti-Glare-Modul mit verringerter Blendwirkung, ein Anti-Dust-Modul, das teilweise rahmenlos ist, und ein Offshore-Modul auf den Markt kommen. Im Webinar forderte Lamsairhri Projektentwickler dazu auf, ihre Wünsche für Spezialmodule gegenüber Jinko Solar zu äußern. Man sei bereit, auf Kundenwunsch beispielweise farbige Module zu produzieren oder Module für spezielle Anwendungsfälle zertifizieren zu lassen.

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