Das kommunale Unternehmen Jenawohnen will 150 Wohnungen in zwei Plattenbauten im Stadtteil Jena-Lobeda mit Balkonsolar ausstatten. Die Mieter erhalten gratis jeweils zwei 400-Watt-Module. Diese sollen die Stromkosten um bis zu 200 Euro im Jahr senken. Der erzeugte Solarstrom wird in die Wohnungsunterverteilung eingespeist.
Die Installation erfolgt im Rahmen einer Generalsanierung der beiden Anfang der Achtzigerjahre errichteten Plattenbauten am Salvador-Allende-Platz. Für die Sanierung stellt das Land Thüringen Mittel bereit. Jenawohnen prüft, ob weitere Häuser Balkonsolar bekommen können. Eine flächendeckende Ausstattung ist aber nicht geplant.
„Mit diesem Projekt leisten wir einen messbaren Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Jena“, sagt Tobias Wolfrum, Geschäftsführer der Jenawohnen GmbH. „Gleichzeitig profitieren unsere Mieterinnen und Mieter unmittelbar, weil ein Teil ihres Strombedarfs direkt vor Ort erzeugt wird.“
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) fördert das Projekt im Rahmen des Reallabors JenErgieReal. Die Effekte auf Stromverbrauch und Einsparungen werden im Rahmen von JenErgieReal wissenschaftlich begleitet. Das Reallabor zielt darauf, Erzeuger, Speicher und Verbraucher von Strom und Wärme zu einem virtuellen Kraftwerk zu verbinden und intelligent steuerbar zu machen. Im Modellquartier am Salvador-Allende-Platz sollen dafür Lösungen erprobt werden.
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Sehr tolles Projekt. Ich hoffe, das findet viele Nachahmer. In meiner Heimatstatt gibt es mehrere Plattenbauten. Leider kein einziges Balkonkraftwerk an den Balkonen zu sehen. Eine Schande.
Endlich ein Mieterstrommodell, welches ohne viel SchnickSchnack funktioniert.
Ich wette viele der Ossis werden die Stromstecker einfach rausreißen oder durchschneiden, aus Prinzip – quasi als konterrevolutionäre Pro-Putin Demonstration gegen unsere Regierung, gegen diese diktatorische Energie-Bevormundung – für Freiheit und Technologieoffenheit – unter dem Motto „wir sind das Volk“. Vergessen wir nicht. 70 bis 80 % aller männlichen Ossis wählen das Schwachmatentum (und das vielfach untersuchterweise nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung). Und die Männer sind i.d.R. diejenigen, die im Haushalt über derartige technische Dinge ihre Hand halten.
Kann es sein, dass ich leicht vorurteilsbelastet bin? Die Statistik ist leider gnadenlos. Ich wäre ein toller Ostbeauftragter 😀
„Ich wette viele der Ossis werden die Stromstecker einfach rausreißen oder durchschneiden…“
Vorsicht @HD, ich bin auch (gebürtiger) Ossi 😜
Gute Idee aber kostenlos bestimmt nicht. Der Posten wird Teil der Miete sein. Zudem sollte geprüft werden ob es so tatsächlich für die Mieter nutzbar ist. Uns wurde erklärt das es ohne Speichermedium nicht effektiv wäre.
Ansonsten bleibt es nur eine gute Idee.
@Bea Landsmann
„Zudem sollte geprüft werden ob es so tatsächlich für die Mieter nutzbar ist. Uns wurde erklärt das es ohne Speichermedium nicht effektiv wäre.“
Such Dir/ euch einen kompetenten Erklärer.
Das Thema ist eigentlich wenig komplex – kostenfreie Berechnungstools oder etwas Recherche helfen. Speicher erhöhen die Eigenverbrauchsquote in vielen Fällen, aber je nach Ausrichtung, Modulanzahl und Höhe des nächtlichen Eigenverbrauchs (in Mietwohnungen eher gering) müssen sie nicht immer ökonomisch sinnvoll sein. Balkonkraftwrrk: einfach machen! Einen Speicher kann man immer noch nachrüsten, wenn man will.
Wie z.T. sind Sie auf dieser Webseite gelandet?
Another Troll/Bot… ich hasse das Internet.
@Stephan Scherer,
„Das Thema ist eigentlich wenig komplex…“
wenig komplex?
ein BKW mit 800 W …
… einfacher gehts nicht.
„ kostenfreie Berechnungstools … helfen“
Es ist schon nahezu perfide, für ein BKW mit 800 W ein Berechnungstool zu bemühen.
„Speicher erhöhen die Eigenverbrauchsquote in vielen Fällen, aber je nach Ausrichtung, Modulanzahl und Höhe des nächtlichen Eigenverbrauchs (in Mietwohnungen eher gering) müssen sie nicht immer ökonomisch sinnvoll sein.“
ein halbwegs vernünftiges SmartHome System kostet einen Bruchteil von diesen „Duracell“ Speichern und erfüllt den gleichen Zweck.
Wie Du schon sagts:
„Balkonkraftwrrk: einfach machen!“
Es freut mich sehr zu lesen, dass eine Wohnungsgenossenschaft pro Balkonsolar eingestellt ist. Das ist im Sinne der Mieter sehr zu begrüßen.
Kommt auf die Umsetzung an.
Bei einer Sanierung sollte es möglich sein eine eigene Leitung auf den Balkon zu ziehen. Stecker abschneiden, Fest anschließen und auch professionell montieren.
Der nächste Schritt ist die *Nutzbarmachung* – das was dich interessiert ist eine Überwachung von Einspeisung und Bezug um dahingehend den verbrauch – sofern möglich – zusteuern.
Wahlweise könnte man auch dem Mieter eine EEG-Einspeisung ermöglichen. Zweirichtungszähler sind inzwischen eigentlich üblich. die Technische Umsetzung und Anmeldung kann zentral erfolgen und bei Mieterwechsel wird nur *umgemeldete*.
Will der Mieter selbst verbrauchen – muss er sich mit der Laststeuerung befassen. Zumindest braucht er eine Messung der Lastflüsse.
Da der EVU-Zähler im Keller ist … ist nicht ganz trivial. Kommen E-auto oder Pedelec-Laden im Keller dazu wird es ebenfalls speziell.
Die einfachste Variante ist noch der Shelly-Aufsteckwandler mit WLAN umsetzung.
Um dem ganzen noch eine Hausnummer zu geben – Investition 1.000-2000 Euro pro Wohnung – Minimum.
200 Euro Stromersparnis pro Jahr ist auch eher optimistisch. 800 Wp -> 600-800 kWh pro Jahr -> 300-500 kWh Eigenverbrauch – bei 35 ct Stromkosten eher 105 bis 175 Euro.
Kabel auf Balkon. Direkt anschließen ohne Stecker und irgendwo ein Display anbringen das anzeigt ob und wieviel gerade eingespeist oder bezogen wird.
Sprich ein Smartmeter/Home Manager … einbinden – auf den Smartmeter des Evu im Keller zugreifen zu können wäre wohl etwas zuviel verlangt.
Dann wird es interessant in wie weit man Verbraucher regeln kann. Warmwasser in Form von Boilern wäre die erste Möglichkeit. Immernoch ohne auf Mietergeräte zugreifen zu müssen. Steckdose/Wallbox in im Keller/Garage das nächste.
Wird spannend – natürlich wird man es verbocken. Aber auch aus Fehlern kann man auch lernen.
Ach, da will jenawohnen ein Beitrag zu den Klimazielen der Stadt leisten. Aber bei allen anderen Mietern verhindern sie das Anbringen von Balkonkraftwerken mit unsinnigen Vorgaben, hohen Zusatzkosten. Aber Hauptsache in der Presse gut dastehen.
Na endlich geht es auch in Jena los. Bisher stellte sich die WG Carl Zeiss den Klimazielen der Stadt massiv entgegen und versagte den willigen umweltbewussten Mietern mit an Haaren herangezogenen Argumenten einfach die Genehmigung von Balkonkraftwerken. Hoffentlich werden diese Verhinderer bald kalt gestellt und man besinnt sich der Verantwortung als Wohnungsgenossenschaft.