RWE-Handelstochter startet Ausschreibung für Photovoltaik- und Windkraftanlagen ohne EEG-Förderung

Agri-PV, RWE, Rheinisches Revier

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Angesichts der vermehrten Stunden mit negativen Strompreisen oder nahe null sind bei Kurzzeit-PPAs derzeit sehr gefragt. Dies war von Betreibern von großen Photovoltaik-Anlagen auf der Intersolar Europe immer wieder zu hören. Doch auch Unternehmenskunden fragen aktuell vermehrt nach solchen kurzfristige Stromlieferverträgen, wie die RWE Handelstochter, RWE Supply & Trading, berichtet. Sie hat daher einen „Green Tender“ gestartet. Mit der Ausschreibung will sie zusätzliche Ökostrommengen von bis zu drei Terawattstunden für die Lieferjahre 2025 und 2026 ankaufen.

Zu Beginn der Woche startete die Ausschreibung, die bis zum 16. August läuft. Der „Green Tender“ richtet sich vornehmlich an alle Betreiber von Solar- und Windparks, die ihren Strom in der sonstigen Direktvermarktung anbieten wollen. Dies ist möglich, wenn nach 20 Jahren die EEG-Förderung ausgelaufen ist oder auch wenn man freiwillig im Vermarktungszeitraum für bestehende oder neue Anlagen auf die festgelegte EEG-Vergütung verzichtet.

Zum Verfahren erklärt RWE: Interessierte Stromerzeuger könnten ihre Angebote direkt an RWE senden, die dann anhand der gelieferten Daten bewertet werden. „Passt der angebotene Preis, kauft RWE die Mengen direkt für Kunden an, die ihre Bedarfe über kurzfristige Lieferverträge abdecken möchten“, heißt es weiter. Auf seiner Website weist RWE darauf hin, dass keine Pflicht besteht, den Preisvorschlag der Interessenten zu akzeptieren. Zugleich werde in dem Fall auch ein Gegenangebot basierend auf einem Fair Value erstellt, das die Interessenten akzeptieren oder ablehnen könnten. Der Gesamtpreis bezieht sich auf den gelieferten Strom und die Herkunftsnachweise.

Nach einer Analyse der Deutschen Energie-Agentur Dena hat sich die Zahl der PPA-Abschlüsse im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Das Wachstum setze sich auch in diesem Jahr fort. Als ein wesentlicher Grund wird dabei die hohe Nachfrage vor allem von Großunternehmen gesehen. Sie müssen zunehmend auf Ökostrom setzen, da die Förderrichtlinie zur Strompreiskompensation seit September 2022 vorsieht, dass Unternehmen sogenannte „ökologische Gegenleistungen“ erbringen müssen, um die Kompensation zu erhalten. PPAs sind dabei eine Möglichkeit, diese Vorgaben zu erfüllen.

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