Strom einkaufen wie die Großen: So profitiert auch der Mittelstand von PPAs

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Die Strommärkte werden zunehmend komplexer und mittelständische Unternehmen müssen ihren Stromeinkauf umstrukturieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch wie gelingt es ihnen, von den gleichen Vorteilen wie Großkonzerne zu profitieren, die über Expertenteams verfügen? Eine Lösung stellen sogenannte Stromkaufvereinbarungen oder Power Purchase Agreements (PPAs) dar. Sie ermöglichen es, Strom direkt von Erneuerbare-Energien-Anlagen und zu festen Konditionen zu beziehen.

Bislang haben vor allem Großkonzerne profitiert

Für Großkonzerne ist der professionelle Stromeinkauf mittels PPAs längst gängige Praxis. Ein gutes Beispiel ist der Automobilhersteller BMW. Das Unternehmen hat frühzeitig erkannt, dass der Einkauf von Strom nicht nur eine Kostenfrage ist, sondern auch ein strategischer Aspekt, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Durch einen 2021 mit den Münchner Stadtwerken abgeschlossenen PPA bezieht das Unternehmen über mehrere Jahre Ökostrom aus den Uppenborn-Wasserkraftwerken zum Festpreis. Dadurch konnte BMW die Versorgungssicherheit gewährleisten, das Risiko streuen, gleichzeitig Kosten senken und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Für einen professionellen, datengestützten Stromeinkauf fehlen oft die notwendigen Ressourcen

Der Stromeinkauf stellt vor allem für viele mittelständische Unternehmen eine Herausforderung dar. Oft fehlen ihnen die personellen Ressourcen und die Expertise, um sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zudem mangelt es ihnen häufig an Einblicken in relevante Daten und Informationen über den Strommarkt. Insbesondere der Zugang zu speziellen Produkten wie PPAs bleibt ihnen meist verwehrt, da diesen vorrangig großen Verbrauchern angeboten werden.

Dienstleister können dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Mithilfe einer Lastganganalyse können Unternehmen ihren individuellen Strombedarf detailliert analysieren und darauf aufbauend eine Einkaufsstrategie entwickeln. Das Lastprofil gibt Auskunft über den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs und ist eine wichtige Grundlage, um das optimale Stromeinkaufsportfolio zu bestimmen. Hier entscheidet sich, ob PPAs sinnvoll sein können. Der Stromeinkauf sollte darauf aufbauend als eine Art Portfoliomanagement betrachtet werden, das neben der reinen Beschaffung auch die Risikoabsicherung beinhaltet.

Das effiziente Management von Budgets, Kosten und Verträgen kann mithilfe eines Online-Tools erfolgen. Dieses führt relevante Daten, wie etwa die aktuellen Stromausgaben oder den Anteil der PPA-Mengen am Gesamtverbrauch, übersichtlich in einem benutzerfreundlichen Dashboard zusammen. So behalten Unternehmen stets den Überblick und können fundierte Entscheidungen treffen. Auch Verträge lassen sich dadurch schnell und unkompliziert verwalten.

Zu guter Letzt empfiehlt es sich, den Stromeinkauf über einen Anbieter abzuwickeln, der sich flexibel an die Gegebenheiten des Kunden anpassen kann, um auch zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Eine klare Roadmap, die zukünftige Entwicklungen wie zum Beispiel den Aufbau einer elektrischen Flotte berücksichtigt, ist dabei unerlässlich. Solche flexiblen Anbieter können PPAs auch für kleinere Mengen möglich machen.

Professionellen Stromeinkauf als Komplettpaket

Wir bei Trawa automatisieren den Stromeinkauf softwaregestützt und bieten individuelle Vollversorgungskonzepte inklusive PPAs für Industriestrom ab 500.000 Kilowattstunden pro Jahr als Komplettpaket an. Dafür werden die Lastgangdaten der Unternehmen in eine eigens entwickelte Optimierungssoftware geladen. Diese Software ermittelt basierend auf aktuellen Strommarktpreisprognosen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz das optimale Einkaufsportfolio. Auch die Abwicklung des Einkaufs kann direkt über uns erledigt werden.

Fazit: Auch Mittelständler können einkaufen wie die Großen

Der Stromeinkauf ist für mittelständische Unternehmen eine komplexe Herausforderung. Doch innovative Lösungen ermöglichen ihnen, von den gleichen Vorteilen wie Großkonzerne zu profitieren und PPAs einzusetzen. Eine Lastganganalyse und eine automatisierte Einkaufsstrategie bilden dabei die Grundlage, um den individuellen Strombedarf effizient zu decken. Das Management von Budgets, Kosten und Verträgen in einem Online-Tool sorgt für Transparenz und Effizienz. Der professionelle Stromeinkauf reduziert Kosten- und Risiken, fördert die Nachhaltigkeit und schafft Transparenz. Und auch die Erzeuger erneuerbarer Energien profitieren: Sie erhalten Zugang zu einem neuen Kundensegment. Es ist an der Zeit, dass der Mittelstand die Vorteile von PPAs nutzt und seinen Stromeinkauf optimiert, um auch in komplexen Strommärkten erfolgreich zu sein.

— Der Autor David Budde ist Gründer und Geschäftsführer von Trawa. Das Start-up ermöglicht Unternehmen jeder Größe, Strom strukturiert und nachhaltig zu beschaffen. Mithilfe einer KI-basierten Software identifiziert Trawa das ideale Stromeinkaufsportfolio für seine Kunden, kauft die Stromprodukte am Markt ein und achtet dabei besonders auf die Verbindung zu erneuerbaren Anlagen, wie Wind- und Solarparks. Zuvor arbeitete David Budde als Berater bei Bain & Company. Er hat Betriebswirtschaft in Valendar, Québec, Paris und Barcelona studiert. https://www.trawa.de/

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