VDE „duldet“ Schuko-Stecker bei Photovoltaik-Balkonmodulen

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Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) hat sich im Streit um die Sicherheitsanforderungen von Photovoltaik-Balkonmodulen jetzt auch für die einfachere Schuko-Stecker-Variante ausgesprochen – unter bestimmten Bedingungen. Das ist nur einer von fünf Punkten in Bezug auf Stecker-Solar-Geräte, die der VDE in einem Positionspapier klärte. Ziel ist es, die Installation der Geräte zu vereinfachen.

Bereits im vergangen Jahr hat der Verband damit begonnen, ein Positionspapier zu den Anforderungen an sogenannte Stecker-Solar-Geräte oder Mini-Erzeugungsanlagen zu erarbeiten. Das Positionspapier liegt nun vor. „Die Grundlage für die elektrische Sicherheit der Anlagen bildet das VDE Vorschriftenwerk“, sagt VDE-Chef Ansgar Hinz. „Wir wollen mit den Vorschlägen zur Vereinfachung dazu beitragen, dass sich die Verwendung von Mini-Energieerzeugungsanlagen in der Zukunft flächendeckend durchsetzen kann, ohne dabei Abstriche bei der Sicherheit zu machen.“

Schuko-Stecker geduldet

Kleine Einspeiseanlagen wie Stecker-Solar-Geräte sollten nach Vorstellung des VDE immer durch Fachhandwerker installiert werden. Das erhöhe die Sicherheit und ermögliche zu überprüfen, ob eine Anlage auf einwandfrei funktioniere. Jedoch sieht der VDE in dieser Anforderung auch eine Hürde Photovoltaik-Balkonmodule flächendeckend und zeitnah zu installieren. Daher spricht sich der VDE für eine Duldung der Schuko-Stecker-Variante bis 800 Watt aus.

 800-Watt-Bagatelle

Zudem empfiehlt der VDE die Einführung einer 800-Watt-Bagatellgrenze. Somit wären Anlagen bis zu dieser Leistungsgrenze durch Netzbetreiber nicht mehr als netzrelevant zu betrachten. Der VDE bezieht sich hier auf eine EU-Norm, die bereits eingeführt wurde und empfiehlt, diese auch in Deutschland entsprechend umzusetzen. Bisher gilt in Deutschland eine Grenze von 600 Watt für Stecker-Solar-Geräte. Außerdem soll die Vornorm (VDE V 0126-95) an die 800-Watt-Grenze angepasst werden. Die Norm bestimmt, dass Komplettsysteme steckerfertig entwickelt und vertrieben werden können.

Hersteller sollen Sicherheit prüfen

Wenn keine Fachkräfte mehr nötig sein sollen, um die Anlagen zu installieren, fordert der VDE in seinem Positionspapier die Hersteller von Balkonmodule dazu auf, ihre Anlage zu testen und die elektrische Sicherheit zu gewährleisten. Ein unabhängiges Prüfungsinstitut soll damit beauftragt werden, die Sicherheit zertifizieren, so die Empfehlung des VDE. Darüber hinaus sollen den Produkten ausgiebige Information zur Handhabung und Installation sowie möglichen Gefahren beigelegt werden.

Zähler egal

Des Weiteren empfiehlt der VDE, dass Balkonmodule in Verbindung mit allen verfügbaren Zählvorrichtungen genutzt werden dürfen, einschließlich jenen, die auch rückwärtslaufen können. Das soll aber nur bis zur Bagatellgrenze von 800 Watt gelten. So soll verhindert werden, dass Balkonmodul-Interessenten erst auf die Installation eines Smart Meter warten müssen.

Markstammdatenregister reicht aus

 Außerdem sollen Verbraucher ihre Balkonmodule nicht mehr beim Netzbetreiber anmelden müssen. Der Eintrag in die Datenbank der Bundesnetzagentur sollte nach Vorschlag des VDE vollkommen ausreichen.

Erst im Oktober vergangen Jahres hate der VDE einen Entwurf für eine Produktnorm für Stecker-Solar-Geräte vorgelegt und zur Kommentierung motiviert. In dem Entwurf blieb die Frage, ob ein Schuko-Stecker ausreichend Sicherheit gewährleisten kann offen. Der VDE sagte er wolle die rechtliche Grauzone auch mithilfe der Kommentierung schließen. Erst kürzlich trat Bundesnetzagentur Chef, Klaus Müller, in Erscheinung und sprach sich für eine Vereinfachung der Regeln um Balkonmodule aus. Nun hat sich  der VDE sich der Einschätzung angeschlossen.

 

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