Enervis PPA-Price-Tracker für Photovoltaik: Beruhigung am Terminmarkt führt zu sinkenden PPA-Preisen

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Im September 2022 sind die Preise im Strom-Terminmarkt nach langanhaltendem Anstieg gegenüber den Rekordpreisen im August 2022 wieder leicht zurückgegangen. Nach der Extremsituation Ende August haben sich die Preise für Lieferungen im Jahr 2023 im September auf – immer noch vergleichsweise hohen – rund 500 Euro pro Megawattstunde eingependelt. Auch für die späteren Jahre ab 2028 ist das Preisniveau abgefallen und hat sich bei 110 bis 120 Euro pro Megawattstunde festgesetzt. Die Anspannung und Unsicherheit der Marktakteure bleibt aber trotz der leichten Entspannung der Preissituation weiterhin groß. Besonders die Ankündigungen von EU-Seite und aus der deutschen Politik hinsichtlich Erlösobergrenzen bei inframarginalen Stromerzeugern und der daraus resultierenden möglichen Auswirkungen auf Stromabnahmeverträgen führen aktuell zu starker Zurückhaltung der Marktakteure beim Abschluss von PPA-Verträgen. Trotzdem bleibt der Appetit der Projektentwickler, die sehr attraktive Marktsituation zu nutzen, groß.

Der Index für den 10-jährigen Neubau Photovoltaik-PPA im September mit Start im Frontmonat ist im Mittel auf knapp unter 125 Euro pro Megawattstunde gefallen. Der dafür relevante Terminmarkt-Mischpreis hat sich bei etwa 185 Euro pro Megawattstunde für die zehn Jahre ab Oktober 2022 eingestellt. Durch die gesunkenen Terminmarktpreise befinden sich die generisch ermittelten PPA-Preise wieder auf einem vergleichbaren Niveau wie im Juli 2022, die Schwankungsbreite ist durch die gewachsenen Unsicherheiten am Markt aber erheblich angestiegen.

Methodische Erläuterung: Der Enervis PPA-Price-Tracker zeigt auf Basis typischer PPA-Bewertungsparameter einen monatlichen Preiskorridor für Photovoltaik-PPAs im deutschen Strommarkt. Ausgangsbasis der Berechnung des generischen PPA-Preises ist ein Mischpreis der Terminmarktnotierungen des vergangenen Monats für die angenommene PPA-Laufzeit. Hierfür werden die in der angenommenen PPA-Laufzeit liegenden Monats-, Quartals- und Jahresprodukten der EEX für die deutsche Preiszone herangezogen. Für den generischen Photovoltaik-PPA werden 10 Jahre Laufzeit mit Beginn im Frontmonat unterstellt. Darauf wird der mittlere erwartete Abschlag des technologiespezifischen Referenzmarktwertes und ein Ab- oder Aufschlag aus projektspezifischen Einflüssen (Standort, Anlagentechnologie, Parklayout, Wetterjahr) für die angenommene PPA-Laufzeit angewendet. Dieser stammt aus unseren eigenen szenariobasierten Strommarktmodellierungen. Die Streuung des spezifischen Marktwertes um den erwarteten Referenzmarktwert herum wird auf Basis unseres PPA-Atlas abgebildet. Aufsetzend darauf wird die typische Streubreite für Abwicklungs- und Risikokosten eines PPA berücksichtigt. Abschließend wird die Streubreite von Erlösen für Herkunftsnachweise preiserhöhend berücksichtigt. Der dargestellte Korridor der ermittelten PPA-Preise basiert auf einer Kumulation der in der Berechnung unterstellten Schwankungsbreiten. Hinweis: Soweit gesetzlich zulässig schließt Enervis jegliche Haftung für Schäden aus, die aus der Verwendung dieser Dokumentation entstehen. Enervis übernimmt keine Gewähr oder Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in dieser Dokumentation enthaltenen Daten und Ergebnisse.

Quelle: Enervis

— Der Autor Thomas Rosenzopf ist Consultant bei der energiewirtschaftlichen Beratung enervis und hier für PV relevante Themen zuständig. Seine Expertise reicht vom systematischen Vergleich von Preisen von Power Purchase Agreements bis hin zu der Einbindung und Bewertung von Strom aus PV Anlagen in ein industrielles Lastprofil. —

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