TÜV-Verband fordert mehr Anreize für Elektromobilität

Elektromobilität

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Ein Positionspapier zur Elektromobilität hat jetzt der TÜV-Verband veröffentlicht. Darin fordert er von der Bundesregierung mehrere Maßnahmen: stärkere Anreize für die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs, ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur in Kombination mit einer besseren Aufklärung über die bereits heute möglichen Reichweiten sowie höhere Sicherheitsstandards. Das könne der Elektromobilität den entscheidenden Schub geben und dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. „Der TÜV-Verband betrachtet die Elektrifizierung des Antriebsstrangs nicht als Brückentechnologie, die mittelfristig wieder abgelöst wird, sondern als den richtigen Weg in eine Zukunft mit saubereren, lebenswerteren Innenstädten und intelligenten, bedarfsorientierten Mobilitätsangeboten für den ländlichen Raum“, heißt es in dem Papier. Vergleichsweise geringes ökologisches Potenzial sieht der TÜV-Verband dagegen in strombasierten Kraftstoffen.

Derweil meldet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Rekord-Antragszahlen für die Förderung von E-Autos im Juli: 19.993 Mal wurde im Juli die Innovationsprämie für den Kauf eines E-Autos oder Plug-in-Hybrids beantragt – so häufig wie in keinem anderen Monat seit der Einführung des Umweltbonus im Juni 2016. Die Innovationsprämie ist als Teil des Zukunftspakets zur Bewältigung der Corona-Krise am 8. Juli in Kraft getreten und verdoppelt den staatlichen Anteil an der Förderung von E-Autos und Plug-in-Hybriden.

„Die Elektromobilität sollte ab sofort an erster Stelle stehen, um möglichst schnell ein nachhaltiges, bedarfsgerechtes und bezahlbares Verkehrssystem aufzubauen“, so Jannis Dörhöfer. Der New-Mobility-Experte beim TÜV-Verband ist der Ansicht, dass der Individualverkehr CO2-neutral werden muss, um die Klimaschutzziele erreichen zu können. Zu den im Positionspapier formulierten Kernforderungen gehört die nachhaltige Elektrifizierung des Verkehrssektors, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung der Akzeptanz von Elektromobilität, die Weiterentwicklung der Ladeinfrastruktur sowie der Ausbau der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien.

Naturgemäß betont der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine außerdem, dass die Sicherheit der Elektromobilität weiter verbessert werden müsse. Er schlägt vor, Prüforganisationen einen besseren Zugang zu sicherheitskritischen Fahrzeugdaten zu gewähren, die öffentliche Ladeinfrastruktur von unabhängigen Stellen regelmäßig prüfen zu lassen und die elektromagnetische Verträglichkeit von E-Fahrzeugen stärker zu berücksichtigen. Das könne die Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung weiter verbessern.

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