Fraunhofer IEE startet mit Partnern Forschungsprojekt zur Verbesserung von Effizienzmessungen bei Solarspeichern

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Messungen zur Performance von Batteriespeichern führen an verschiedenen Messinstituten mitunter zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für Planer und Betreiber von Speichersystemen ist das ein echtes Dilemma, leidet darunter doch die Vergleichbarkeit der Batterien. Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE will nun zusammen mit Partnern, darunter das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), VDE|DKE und TÜV Rheinland, Abhilfe schaffen: Das neue Forschungsprojekt „Testbench“ soll die Qualität der Effizienzmessungen steigern, so dass sich die Speicher besser miteinander vergleichen lassen.

„Testbench“ konzentriert sich vor allem auf die Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der Messergebnisse an den verschiedenen Prüfständen der Projektpartner. In der zweiten Projekthälfte soll ein Ringversuch die Wirksamkeit der Verbesserungen validieren und die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse der beteiligten Partner nachweisen.

Neben Fraunhofer IEE, KIT, VDE|DKE und TÜV Rheinland sind als assoziierte Partner das Austrian Institute of Technology (AIT), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Bundesverband Energiespeicher (BVES) an dem Projekt beteiligt. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt läuft noch bis zum 31. Dezember 2021.

Konkret untersuchen die Partner in „Testbench“, welche Anpassungen und Detaillierungen der Mess- und Auswertevorschriften im vorliegenden Effizienzleitfaden erforderlich sind, um die Ergebnisqualität zu verbessern. Der Effizienzleitfaden vereinheitlicht die Charakterisierung des Wirkungsgrads, des Standby-Verbrauchs und der Regelungseffizienz von Photovoltaik-Batteriesystemen. Erarbeitet hat ihn die Fachgruppe „FG Effizienzleitfaden“ des BVES und des BSW-Solar gemeinsam mit Mitarbeitern verschiedener Forschungsinstitute, Prüflaboratorien und Hersteller von Photovoltaik-Speichersystemen.

Da die Projektpartner federführend im Normarbeitskreis „Kennwerte von stationären Batteriespeichern“ (AK 371.0.9.) der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (DKE) mitwirken, lassen sich die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse direkt in den Normungsprozess einbringen. „Eine nationale Norm oder VDE-Anwendungsregel wäre ein wichtiger Schritt, um die Marktposition deutscher Hersteller weiter zu festigen“, erklärt Nina Munzke, Leiterin der Gruppe Systemspeicherung und -analyse am Batterietechnikum des KIT.

Aufgrund der großen Zahl internationaler Kunden der deutschen Hersteller von Photovoltaik-Speichersystemen sollen die Ergebnisse in einem weiteren Schritt in die internationale Normung eingebracht werden. „Damit wollen wir die Wettbewerbschancen von deutschen Herstellern in internationalen Märkten stärken“, so Munzke.