Studie: Bundesländer können für die Energiewende noch viel tun

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Stärken und Schwächen der Bundesländer beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag von und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) jetzt zum sechsten Mal untersucht. Die Analyse bewertet auf Basis von 61 Indikatoren die politischen Anstrengungen und Erfolge der Länder bei der Nutzung von erneuerbaren Energien sowie beim damit verbundenen wirtschaftlich-technischen Wandel. Führend im Bundesländervergleich sind demnach Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Weiteres Ergebnis: In allen Bundesländern gibt es noch große Verbesserungsmöglichkeiten in einzelnen Bereichen.

Wie die Studienautoren mitteilen, schneidet Schleswig-Holstein in allen vier Indikatorengruppen gut ab und schafft gegenüber der Vorgängerstudie von 2017 in der Gesamtplatzierung den größten Sprung nach vorne: vom fünften auf den ersten Rang. Das Bundesland zeichne sich dank Windkraft insbesondere durch große Fortschritte bei der Nutzung erneuerbarer Energien im Strombereich aus und liege auch bei der energiepolitischen Programmatik in der Spitzengruppe. Baden-Württemberg behauptet demnach seit dem ersten Bundesländervergleich 2008 einen vorderen Platz und punktet unter anderem mit einer vorbildlichen energiepolitischen Programmatik, umfassenden Klimaschutz- und Ausbauzielen sowie ambitionierten Maßnahmen zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils im Wärmebereich.

Beim Blick auf die Potenzialausnutzung der Photovoltaik zeigt der Bundesländervergleich, dass Bayern wie bereits in den Vorgängerstudien mit nunmehr 41,1 Prozent deutlich führt. Sachsen-Anhalt erreicht demnach mit 22,4 Prozent den zweiten Platz und liegt damit weiterhin vor Baden-Württemberg mit einer Ausnutzung von 21,3 Prozent. Am geringsten werde das Photovoltaikpotenzial nach wie vor in den Stadtstaaten Hamburg (1,3 Prozent), Berlin (1,7 Prozent) und Bremen (3,3 Prozent) ausgeschöpft, was unter anderem am vergleichsweise hohen Anteil von Mietwohnungen beziehungsweise Mehrfamilienhäusern am Gebäudebestand liege. Wie der Bundesländervergleich weiter zeigt, ist wie bereits in der Vergleichsstudie 2017 die Ausnutzung des Photovoltaik-Leistungspotenzials am stärksten in Sachsen-Anhalt angestiegen. Mit einigem Abstand folgen Thüringen und Bayern.

Baden-Württemberg äußerte sich zufrieden mit den Ergebnissen der Vergleichsstudie. Die Studie bescheinige dem Bundesland wie schon 2017 eine besondere Stärke in der energiepolitischen Programmatik und habe auch die Förderprogramme des Landes und seine Vorbildrolle sehr gut bewertet. „Damit bekommen wir in den Bereichen gute und sehr gute Noten, in denen wir als Land und als Umwelt- und Energieministerium eine Zuständigkeit und Handlungsspielraum haben“, sagte Minister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen). Unzufrieden zeigte sich Untersteller aber mit der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Maßgeblich für die Studie ist in diesem Punkt das Jahr 2017: „Platz 10 unter allen Bundesländern und Platz zwölf beim Vergleich des Zuwachses an Erneuerbaren zur Stromerzeugung wird unseren Ansprüchen nicht gerecht“, so der Minister.