Europachef Komatsu zu den Heterojunction-Plänen von Panasonic

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Sie haben im Frühjahr Ihre HIT+ Serie vorgestellt mit über 20 Prozent Wirkungsgrad. Was ist technisch der Unterschied zu der HIT-Generation vorher?

Shigeki Komatsu: Wir haben die Grenzfläche zwischen amorpher Schicht und monokristallinem Substrat geändert. Weitere Details können wir derzeit aufgrund von Patentverfahren nicht geben.

Wie weit sind Sie bei Rückseitenkontaktzellen?

Wir haben gerade eine Pilotlinie für IBC HIT installiert (IBC ist eine bestimmte Technologie für Rückkontakt-Zellen, die Redaktion). Zwar haben wir die IBC-Zellen nicht kommerzialisiert, aber wir haben die Forschung und Entwicklung für IBC-Zellen fortgesetzt. Ehrlich gesagt, benötigt die HIT-Zellproduktion weniger Prozessschritte als die Produktion von IBC-Zellen. Aus Kostengründen konzentrieren wir uns daher auf beidseitig kontaktierte HIT-Zellen.

pv magazine Webinar mit Panasonic-Experten

Panasonic-Experte Andreas Thoma, zuständig für die Geschäftsentwicklung Deutschland, wird im pv magazine Webinar am Dienstag den 25. Juli um 15:00 Uhr die HIT-Technologie erläutern und sich Ihren Fragen stellen. Thema: Fünf Gründe, warum HIT-Module länger halten und bessere Erträge liefern als Standardmodule.

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Welchen Wirkungsgrad erreichen Sie mit Ihren Laborzellen und was ist Ihre Roadmap, wie der Modulwirkungsgrad steigen wird?

Entschuldigen Sie bitte, dass ich darauf derzeit nicht antworten möchte. Unser offiziell publizierter Rekord liegt bei 25,6 Prozent in einer IBC-Zelle.

Panasonic ist Pionier der Heterojunction-Technologie und produziert sie bereits seit den neuziger Jahren. Erst jetzt kommen andere Hersteller damit auf den Markt und machen sie zu einem Trend. Was ist die technische Schwierigkeit, die dazu führt, dass erst jetzt andere Hersteller diese Technologie in großem Maßstabproduzieren zu wollen.

Die größte Herausforderung ist meiner Ansicht nach die verlässliche Stabilität der Zelleffizienz beim CVD-Prozess, also bei der chemischen Gasphasenabscheidung zur Erzeugung der „dünnen Schichten“ und die Kontrolle und das Management dieses Know-hows im eigenen Haus.

Ihre Wafer sind nur 100 Mikrometer dünn, das ist dünner als bei den meisten Ihrer Wettbewerber. Handelt man sich dadurch nicht ein höheres Risiko für Mikrocracks ein?

Nein. Tatsächlich wird die Silizium-Zelle im Falle eines dünneren Wafers regelrecht flexibel. Wir werden im kommenden Webinar ein Testergebnis der Universität Florida sehen, das zeigt, dass diese Flexibilität Mikrocracks reduziert.

Neue Produkte in 2019

Im Frühjahr hat Panasonic eine neue Produktserie namens HIT Plus mit Heterojunction-Hochleistungsmodulen auf den Markt gebracht. Dies ehaben nach Unternehmesaussage mindestens 20 Prozent Effizienz. Das Modul HIT+ N340 liegt bei 340 Watt Leistung und einem Wirkungsgrad von 20,4 Prozent. Die Module N335 und die komplett schwarze Variante N335K Kuro haben jeweils 335 Watt Leistung und erreichen einen Wirkungsgrad von 20 Prozent. Der Temperaturkoeffizient der Hochleistungsmodule ist laut Hersteller mit einem Wert von minus 0,258 Prozent pro Grad Celsius besonders günstig. Außerdem ist Panasonic überzeugt von der Langlebigkeit seiner Produkte und gewährt eine Produktgarantie von 25 Jahren und eine lineare Leistungsgarantie mit 86,5 Prozent Restleistung nach 25 Jahren auf die neuen Module.

Im pv magazine Webinar erfahre Sie mehr zu der Technologie und den Produkten.

Was ist aus Ihrer Sicht der große Vorteil Ihrer Technologie und wie sehen Sie Entwicklung bifazialer Module?

Nach langjähriger Erfahrung in der Produktion ist unsere Heterojunction-Technologie HIT vor allem zur Stromerzeugung gut geeignet, wo die Fläche begrenzt ist, zum Beispiel auf Dächern oder bei Nachführsystemen. Außerdem haben wir schon im Jahr 2000 bifaziale HIT-Module (wir nannten sie HIT Double) erstellt und sie für Fassaden- oder vertikale Installationen und für Parkplätze in Japan oder den USA verwendet.

Shigeki Komatsu beantwortete die Fragen schriftlich. Im Webinar diskutieren wir sie weiter.

Aufbau einer Heterojunction-Zelle im Vergleich zu herkömmlichen monokristallinen Zellen.

Grafik: Panasonic Solar