PV in der Landwirtschaft: Ungeahnt viele Möglichkeiten

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Die möglichen Anwendungen für Solarstrom in der Landwirtschaft sind vielfältig und bergen ein bisher weitgehend unerschlossenes und großes Potential. Das Austrian Institute of Technology (AIT) hat eine umfangreiche Zusammenstellung von zum Teil überraschenden Anwendungen vorgestellt. Dabei geht es nicht nur um reine Freiflächen- oder Bauernhofdachanlagen.

Die intelligente Verknüpfung des Solarstroms mit dem Anbau von Feldfrüchten auf einem Acker oder mit artgerechter Tierhaltung unter den Modulen ist nur eine wichtige Möglichkeit. Landwirtschaftliche Maschinen z.B. Sämaschinen können direkt mit PV angetrieben werden, der elektrische Traktor ebenso. Wasserflächen und Fischzucht können mit PV-Anlagen kombiniert werden, um die sommerliche Verdunstung zu reduzieren. Aus Elektrolyse mit Solarstrom hergestellter Wasserstoff kann BHKWs oder Traktoren antreiben. Noch immer haben viele LandwirtInnen und PolitikerInenn ein Problem mit Solarstrom auf dem Acker.

Der Bauernverband lehnt die Freiflächenanlagen ab, weil sie angeblich kostbares Ackerland nutzen. Andere fordern genau umgekehrt den Anbau nachwachsender Rohstoffe zu beenden, um dann PV auf den Äckern zu installieren, da die PV eine wesentlich höhere Flächeneffizienz hat. Das alles sind unausgegorene kurzsichtige Verhinderungsansichten, die die Synergiemöglichkeiten von PV mit der Landwirtschaft missachten. Denn die höchste Flächeneffizienz ergibt sich genau aus der Verbindung von Landwirtschaft und PV auf dem Acker.

Es wird Zeit für eine staatliche Offensive, die Nutzung der PV in der Landwirtschaft voranbringt. Energie- und Landwirtschaftsminister müssen sich endlich an einen Tisch setzen, um eine große Klimaschutzoffensive zu starten: Solarstrom in der Landwirtschaft. Das Austrian Institute of Technology liefert hierfür eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten.

Zum Ende möchte ich noch etwas in eigener Sache hinzufügen:

Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen mir zu meiner Ehrung als Ehrenbürger von Hammelburg gratuliert haben. Da ich nicht allen persönlich antworten kann, will ich meinen Dank dafür auf diesem Wege allen zukommen lassen.

Es ist auch toll zu sehen, wie viele mir dabei geschrieben haben, welch positive Aktivitäten sie selbst unternommen haben. Es ist etwas Besonderes für mich, mit so vielen Menschen kommunizieren können, die erfolgreich und mit vollem Einsatz am Ziel 100% Erneuerbare Energien arbeiten. Es macht Mut zu wissen, dass trotz einer deutschen Bundesregierung, die die Erneuerbaren Energien so massiv unter Druck setzt, weiterhin so viele engagierte Menschen und Unternehmen am Ziel von 100% Erneuerbare Energien arbeiten. Das macht große Hoffnung.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und geruhsames Osterfest.

— Der Autor Hans-Josef Fell saß für die Grünen von 1998 bis 2013 im Deutschen Bundestag. Der Energieexperte war im Jahr 2000 Mitautor des EEG. Nun ist er Präsident der Energy Watch Group (EWG). Mehr zu seiner Arbeit finden Sie unter www.hans-josef-fell.de. —

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