Baywa kauft sich ins niederländische Photovoltaik-Geschäft ein

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Die Baywa AG will in den niederländischen Photovoltaik-Markt einsteigen. Die Beteiligung Baywa re werde vorbehaltlich der Genehmigung der Kartellbehörden 70 Prozent der Anteile an einer Projektpipeline für den Bau von Photovoltaik-Anlagen mit rund zwei Gigawatt Gesamtleistung von der Unternehmensgruppe Groen Leven übernehmen, teilte der Münchner Konzern am Donnerstag mit. Der Kaufpreis liege bei 159 Millionen Euro, wie Baywa auf Nachfrage von pv magazine erklärt. Mittels eines Joint Ventures werde der niederländische Projektentwickler mit 30 Prozent an dem Geschäft beteiligt bleiben.

„Für rund 800 MW aus der Groen Leven-Pipeline sind Tarife bereits gesichert“, erklärte Matthias Taft, Energievorstand von Baywa. Diese müssten in den kommenden drei Jahren realisiert werden. Das Interesse von internationalen Investoren, solche Photovoltaik-Anlagen nach ihrer Fertigstellung zu kaufen, sei „weiterhin ungebrochen“. Baywa übernehme in dieser Phase zumeist noch die technische und kaufmännische Betreuung der Photovoltaik-Anlagen. Dieses Geschäftsmodell wolle Baywa nun mit Groen Leven auch in den Niederlanden zielgerichtet betreiben. Nach Angaben der Baywa-Sprecherin geht das Unternehmen davon aus, dass die gesamte Pipeline von zwei Gigawatt binnen der nächsten fünf Jahre realisiert wird. Die Kosten für die Umsetzung der Projekte schätzte eine Baywa-Sprecherin auf bis zu einer Million Euro pro Megawatt, inklusive Projektrechte.

Analysten gehen davon aus, dass der niederländische Photovoltaik-Markt in diesem Jahr erstmals einen Zubau von mehr als einem Gigawatt erreichen wird. Viele deutsche Projektierer sind in dem Nachbarland bereits aktiv. „Die Niederlande sind ein hochinteressanter Markt für den Bau von Solaranlagen. Das Land hat vernünftige Einspeiseregelungen und es gibt bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien erheblichen Nachholbedarf“, sagte Baywa-Vorstandschef Klaus Josef Lutz. Bisher setzten die Niederlande vor allem auf Erdgas. Um ihre CO2-Minderungsziele noch zu erreichen, müssten nun aber auch erneuerbare Energien stärker ausgebaut werden.