RWTH Aachen: Photovoltaik-Speicherförderung hat messbar positiven Einfluss auf Marktentwicklung

Die RWTH Aachen hat am Montag den aktuellen Jahresbericht zum Speichermonitoring in Deutschland veröffentlicht. Etwa 61.000 dezentrale Photovoltaik-Speicher mit einer nutzbaren Speicherkapazität von 400 Megawattstunden seien Ende April am deutschen Niederspannungsnetz angeschlossen gewesen, heißt es in dem Bericht. „Die anspruchsvollen technischen Rahmenbedingungen der KfW-Förderung haben dabei einen messbar positiven Einfluss auf die gesamte Marktentwicklung entfaltet.“ Mittlerweile werde etwa jede zweite neue private  Photovoltaik-Dachanlage mit einem Photovoltaik-Speichersystem gebaut.

Dabei sinken die Endkundenpreise für Photovoltaik-Heimspeicher rasant, wie es weiter heißt. In den vergangenen vier Jahren seien sie um mehr als 50 Prozent gefallen. Lithium-Ionen-Speichersysteme seien mittlerweile durchschnittlich für weniger als 1500 Euro pro Kilowattstunde zu bekommen und somit für private Endkunden zunehmend wirtschaftlich attraktiv. Die Aachener Forscher gehen – gerade mit Blick auf dem Markteintritt mehrerer großer Autobauer – von weiteren Preissenkungen für die Zukunft aus. Dabei würden vor allem Synergieeffekte durch die wachsende Bedeutung der Elektromobilität zum Tragen kommen.

Der Trend zur Verwendung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen habe sich auch in der jüngsten Vergangenheit fortgesetzt. Ihr Marktanteil sei aufgrund der rasant fallenden Systempreise seit 2013 kontinuierlich gestiegen und liege aktuell bei mehr als 95 Prozent. Blei-Säure-Batterien seien dagegen fast vollständig aus dem Markt gedrängt, heißt es im Monitoringbericht weiter. Technologien wie Redox-Flow- oder Hochtemperatur-Batterien spielten derzeit keine nennenswerte Rolle.

Die RWTH Aachen ist vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragt, die laufende KfW-Förderung für Photovoltaik-Heimspeicher zu evaluieren. Mit dem Zuschuss verbunden ist die Forderung, die maximale Einspeisung der Photovoltaik-Anlagen auf 50 Prozent zu reduzieren. Dies habe „ohne Netzausbau einen signifikanten Anstieg der insgesamt integrierbaren PV-Leistung“ bewirkt, schreiben die Wissenschaftler. Zudem habe sich durch die Photovoltaik-Heimspeicher die Menge des lokal verbrauchten Solarstroms weiter erhöht. Aufgrund der größeren Autarkie hätte diese Haushalte weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. „Die sich hieraus ergebenden monetären Effekte für die öffentliche Hand sind gering: Im Jahr 2016 wurde durch PV-Speichersysteme eine Gesamtmenge von etwa 165 Gigawattstunden Solarstrom lokal selbstverbraucht“, so das Fazit der RWTH Aachen. Angesichts der Tatsache, dass der selbstverbrauchte Solarstrom nicht nach EEG vergütet werde, sei das EEG-Konto um 21 Millionen Euro im vergangenen Jahr entlastet worden. Gleichzeitig hätten die Photovoltaik-Speicherbetreiber durch den geringeren Netzbezug rund neun Millionen Euro an EEG-Umlage nicht gezahlt. Im Jahr 2016 hätten sich zudem die entgangenen Netzentgelte und Konzessionsabgaben durch den Photovoltaik-Eigenverbrauch auf 13 Millionen Euro summiert. Die Gesamtbilanz sei somit in etwa ausgeglichen.