Effizienzhaus Plus-Siedlung eingeweiht

Die Unternehmen Baywa und Asset Bauen Wohnen haben eine Effizienzhaus Plus-Siedlung in Hügelshart bei Augsburg eingeweiht. Die Siedlung umfasst neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften und wurde in weniger als anderthalb Jahren Bauzeit fertiggestellt. Baywa zufolge ist das Projekt die erste Siedlung, die den Kriterien des Bundesumweltministeriums für ein Energieeffizientes Gebäude entspricht. Das Effizienzhaus Plus-Niveau sei laut Ministerium erreicht, wenn sowohl ein negativer Jahres-Primärenergiebedarf als auch ein negativer Jahres-Endenergiebedarf vorliegen.

Die Energiekosten der Bewohner sind durch das Effizienzhaus im Vergleich zu einem Standard-Gebäude mit gleicher Gebäudehülle monatlich merklich günstiger, erklärt Baywa an Anfrage von pv magazine. Im Einfamilienhaus könnten die Bewohner etwa 170 Euro pro Monat sparen, in einer Doppelhaushälfte etwa 120 Euro.

Über das Gesamtjahr erreichen die Häuser der Siedlung eine Energieautarkie von etwa 70 Prozent, sagt Georg Polz, Projektverantwortlicher bei Baywa. Jedes der Häuser sei mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage ausgestattet (12,32 Kilowattpeak pro Einfamilienhaus und 7,84 Kilowattpeak pro Doppelhaushälfte) und einem Lithium-Ionen-Batteriespeicher ausgestattet. Dazu kommt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die Warmwasser erzeugt und über einen thermischen Wasserspeicher auch die Heizungsanlage versorgt. Außerdem habe jedes Haus ein eigenes Energiemanagementsystem, das die Anlagenkomponenten automatisch steuert und den Solarstrom optimal verteilen soll. Damit würden Eigenverbrauchsquoten von etwa 37 Prozent im Einfamilienhaus  und 48 Prozent in einer Doppelhaushälfte erreicht. In den Sommermonaten werde überschüssiger Strom in das Stromnetz eingespeist oder optional in Elektroautos geladen. Im Winter werde Netzstrom zugekauft, wenn die Stromerzeugung der Photovoltaik-Anlage nicht ausreicht.

Elke Dehlinger war bei BayWa r.e. für die Konzeption der Energieanlagen verantwortlich. Im Vergleich zu anderen Effizienzhaus-Projekten sei in Hügelshart vor allem die Zusammenstellung der Produkte etwas Besonderes. „Unsere Anlagenkonzeption setzt ganz bewusst auf die Verwendung von vielfach am Markt erprobten Standardkomponenten und deren optimal aufeinander abgestimmte Kombination.“ Daher sei das System besonders zuverlässig und auch wirtschaftlich – bei gleichzeitig hoher Energieautarkie. Durch den niedrigen Energiebedarf und die eigenen Energieerzeugung sollen die Häuser der Siedlung bereits heute die Anforderungen erfüllen, die gemäß EU-Gebäuderichtlinie ab 2021 für energieeffiziente Neubauten gelten.