Amprion: Strafzinsen für Überschüsse auf EEG-Konto kaum vermeidbar

Im Juni 2017 hatte das EEG-Konto, über das die EEG-Vergütungen von Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasseanlagen in Deutschland finanziert werden, ein Plus von 4,87 Milliarden Euro. Die Netzbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Überschüsse zu verzinsen, und zwar mit 0,3 Prozent über dem Euribor, dem Referenzzinssatz für Geschäfte zwischen Banken. So erwirtschaftete Zinserträge werden normalerweise dem EEG-Konto gutgeschrieben. Da der Euribor derzeit im Monatsschnitt aber bei knapp minus 0,4 Prozent liegt, entstehen negative Zinsen. Nun werden für die Überschüsse auf dem EEG-Konto also Zinsen fällig, die letztlich auch vom Stromkunden mitgetragen werden müssen. Im ersten Halbjahr 2017 summierten sich diese Strafzinsen gemäß Angaben der Übertragungsnetzbetreiber auf 820.000 Euro.

Für die Verwaltung des EEG-Kontos sind die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich. Auf Anfrage von pv magazine hat sich der Übertragungsnetzbetreiber Amprion zur aktuellen Situation des EEG-Kontos bei Negativ-Zinsen geäußert. Zeitweilige Guthaben des EEG-Kontos würden unter Berücksichtigung des saisonalen Verlaufs und der hohen Volatilität des EEG Cash Flows kurzfristig am Geldmarkt im Euroraum angelegt, heißt es bei Amprion.Verwendete Anlageformen seien zum Beispiel Kontokorrentguthaben, Geldmarktfonds sowie Tages- und Termingelder.

Dabei seien die Übertragungsnetzbetreiber bestrebt, die EEG-Guthaben unter Berücksichtigung der geltenden Risikomanagement-Richtlinien möglichst ertragreich anzulegen und Negativzinsen zu vermeiden. Allerdings sei dies in Zeiten von negativen Geldmarktzinsen, die unmittelbar mit der Zinspolitik der EZB zusammenhängen, nur mehr bedingt möglich, da die Übertragungsnetzbetreiber keinen Einfluss Zinspolitik der EZB nehmen könnten.

Die in diesem Sommer besonders hohen Überschüsse auf dem EEG-Konto begründet Amprion zum einen damit, dass die Börsenstrompreise bis zum jetzigen Zeitpunkt höher sind als in der Kalkulation der EEG-Umlage angenommen. Dies führe dazu, dass die Einnahmen aus der Vermarktung von EEG-Strom größer sind und die Auszahlungen bei der Marktprämie sinken. Ein weiterer Grund sei, dass in den Wintermonaten weniger Wind- und Solarstrom eingespeist wurde als zuvor prognostiziert.