TransnetBW und Fraunhofer ISE bauen Messnetzwerk für Photovoltaik-Erzeugung auf

Der Netzbetreiber TransnetBW und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE bauen gemeinsam ein eigenes Photovoltaik-Messnetz in Baden-Württemberg auf. Das Projekt soll helfen präzise und schnelle Hochrechnungen über die Stromeinspeisung zu erstellen, wie das Forschungsinstitut aus Freiburg am Mittwoch bekannt gab.

Mit einer Photovoltaik-Leistung von rund 5.200 Megawatt sei Solarstrom die größte Energiequelle in dem südwestlichen Bundesland. Die Erzeugung von Solarstrom ist aber tageszeit- und wetterabhängig und stellt damit die Produzenten sowie Netzbetreibern vor großen Herausforderungen. Einerseits solle die Versorgung gesichert werden, anderseits sei eine erhöhte Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren das Grundgerüst der Energiewende.

Aus diesem Grund würden TransnetBW und das Fraunhofer ISE ab Mitte 2017 eigens entwickelte Messstationen flächendeckend in Baden-Württemberg verteilt in Betrieb nehmen. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Stationen betrage dabei etwa 15 bis 35 Kilometer. Nach Angaben des Forschungsinstituts messen diese im Minutentakt und in Echtzeit die Globalstrahlung, die Erzeugungsleistung sowie die Lufttemperatur und übermitteln die Daten an die Hochrechnungssysteme von TransnetBW. „Die Kombination der Messwerte mit prozessierten Rasterdaten des Wettersatelliten Meteosat soll ein zeitnahes und räumlich hochaufgelöstes Abbild des momentanen Erzeugungs-Potenzials und der daraus resultierenden Einspeisung von Strom aus Sonnenenergie ermöglichen“, so Elke Lorenz, Gruppenleiterin Energiemeteorologie am Fraunhofer ISE.

Ziel des Projektes sei es, das bislang leistungsfähigste und dichteste Messnetz für Photovoltaik-Erzeugung zu schaffen. „Für eine auch in Zukunft sichere und stabile Stromversorgung sind hochpräzise, schnelle Hochrechnungen und Prognosen sowie die daraus resultierende Stromeinspeisung in das Netz sehr wichtig“, ergänzte Philipp Guthke, verantwortlich bei TransnetBW für die Themengebiete Prognosen und Hochrechnungen. „Hierdurch ermöglichen wir eine exaktere Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Erzeugungseinheiten. Gleichzeitig können mögliche netzkritische Situationen rasch erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden“, so Guthke weiter.