Finalisten des Intersolar Awards 2017 stehen fest

Seit 2008 werden am ersten Messetag der Intersolar Europe die Awards verliehen. Zum zehnten Jubiläum des Preises zeichnet die Jury erstmals Projekte aus dem Bereich „Smart Renewable Energy“ aus, die in der Kategorie „Herausragende Solare Projekte“ angesiedelt sind, wie die Organisatoren der Messe am Freitag mitteilten. In die engere Auswahl seien Vorhaben gekommen, die sowohl die Energiewende vorantreiben, als auch die Themen Energieerzeugung, Speicherung, Netzintegration und Energiemanagement erfolgreich verknüpfen.

In der Kategorie „Herausragende Solare Projekte“ werden sowohl Innovationen im Bereich der Installation, als auch für neue Ansätze im Bereich Vermarktung und Abrechnung vorgestellt. Die Einreichungen für den Award 2017 umfassten schwimmende Photovoltaikanlagen in den USA, nachhaltige Wohnquartiere in Dubai, Photovoltaik-Aufdachanlagen auf Zugwaggons in Indien, Fassadenmontage und Direktvermarktung in Deutschland sowie südafrikanische Gewächshäuser.

In der Kategorie Photovoltaik umfassen die Einreichungen in diesem Jahr Module, Wechselrichter, Unterkonstruktionen und andere Komponenten. Aus Sicht der Veranstalter wächst hier auch die Bedeutung von Software und Services für den Vertrieb sowie die Betriebsführung von Photovoltaik-Anlagen. Zu den Finalisten gehören zum Beispiel Leichtbau-Installationen und Konzepte zur Wasserflächennutzung oder für ein optimiertes Management großer Freiflächen im Megawattbereich. Außerdem im Trend seien Cloudlösungen und die Optimierung des Eigenverbrauchs.

Der Intersolar Award wird von den Veranstaltern der Intersolar in Zusammenarbeit mit einer Jury vergeben. Zur Teilnahme zugelassen sind Produkte, Projekte, Dienstleistungen, Lösungen und Weiterentwicklungen, die von den Ausstellern aller weltweiten Intersolar und ees Messen 2017 erstmals vorgestellt wurden.

Die Finalisten

Kategorie „Herausragende Solare Projekte“:

a2-solar Advanced and Automotive Solar Systems GmbH (Deutschland) mit dem Projekt „Solarglas-Fassade Neues Rathaus Freiburg“: Das neue Freiburger Rathaus wurde mit 880 Solarmodulen bestückt. Die Photovoltaik trage dazu bei, den Standard eines Null-Emissions-Gebäudes zu erreichen.

Ciel & Terre USA, Inc. (USA) mit dem Projekt „World’s first hybrid FPV & hydroelectric system at the Alto Rabagão Dam“: Eine schwimmende Photovoltaikanlage auf einem Wasserspeicher in Portugal produziere nicht nur Strom, sondern reduziere gleichzeitig auch die Wasserverdunstung.

City Solar Energy Systems Installation & Maintenance L.L.C. (Dubai) mit dem Projekt „The sustainable city – Phase 1“: In Dubai entstehe eine „net zero energy city“ mit mehr als 500 Stadthäusern, dessen Bedarf durch Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von sieben Megawatt gedeckt werde. Zusätzliche gebe es eine vollständige Wiederaufbereitung des Wassers, Elektromobilität, Urban Farming und die Verwendung nachhaltiger Baustoffe.

GOLDBECK Solar GmbH (Deutschland) mit dem Projekt „Landfill Hellsiek“: Ein Solarpark diene als Deponieabdeckung und verhindere so das Eindringen von Regenwasser. Die Photovoltaik-Anlage mit knapp zehn Megawatt Leistung reduziere damit die Unterhaltskosten der Deponie bei gleichzeitiger Stromproduktion.

JA Solar Holdings Co., Ltd. aus China mit dem Projekt „Solar distribution & generation in Mauritania“: Acht abgelegne Siedlungen in Mauretanien würden nun durch Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von 16,6 Megawatt zuverlässig mit Elektrizität versorgt.

Jakson Engineers Limited (Indien) mit dem Projekt „Commissioning roof-mounted solar PV systems on Indian Railways train carriages”: Die Indian Railway-Company rüste bis zu 50.0000 Passagierwaggons nachträglich mit Photovoltaik-Aufdachanlagen aus. Der produzierte Strom diene dem Betrieb von Beleuchtung und Ventilatoren.

Manz CIGS Technology GmbH (Deutschland) mit dem Projekt „New ZSW building“: Dies sei ein für Standardmodule konzipiertes Rahmengestell für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden. Das Montagesystem sei beim Neubau des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) in Stuttgart verwendet worden.

Narok County Government (Kenia) mit dem Projekt „Talek solar power minigrid“: Mini-Grid-Photovoltaik versorge in Kenia Wohngebäude und Gewerbe über ein kleines Netz mit Strom. Die Abrechnung erfolge dabei innovativ über mobile money.

Next Kraftwerke GmbH (Deutschland) mit dem Projekt „Bridging the gap – A virtual power plant for constant power supply“: Ein virtuelles Kraftwerk liefere Regelenergie aus Solar, Wind und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Deutschland. Inklusive einer Wettervorhersage und der Direktvermarktung sei das ein viel versprechendes Geschäftsmodell.

Phaesun GmbH – Universität Hohenheim (Gemeinsame Einreichung, Deutschland) mit dem Projekt „Solar powered cooling for enhancing milk value chains“: Solarenergie als Basis für Klein-Molkereien in Kenia. Photovoltaik ermögliche in Kombination mit eigens dafür entwickelten Komponenten, wie der gekühlten Milchkanne, eine geschlossene Kühlkette zum Transport von Milch.

RAM Pharma (Jordanien) mit dem Projekt „Solar process steam generation at RAM Pharma“: Das thermische Kraftwerk in Jordanien erzeuge mit Hilfe von Fresnel-Kollektoren Dampf mit mehr als 160 Grad Celsius, der zur Produktion von Strom genutzt wird.

Simpa Networks (Indien) mit dem Projekt „Simpa’s pay-as-you-go solar home system model“: Ein innovatives Geschäftsmodell aus Indien umfasse die Finanzierung, Installation, Fernüberwachung und Abrechnung von Solaranlagen für Wohnhäuser.

Stadtwerke Heidelberg Umwelt GmbH (Deutschland) mit dem Projekt „Smart energy revolution in apartment buildings“: Ein innovatives Geschäftsmodell gibt den Mietern eine Übersicht über ihren Verbrauch an Strom, Wasser und Wärme und biete somit die Grundlage für klimaschonendes Handeln.

SUNfarming GmbH (Deutschland) mit dem Projekt „SUNfarming Food & energy training project“: Durch die Kombination von Photovoltaik und Gewächshäusern könnten schwierige, aride Regionen für die Agrarwirtschaft erschlossen werden. Die Glas-Glas-Module mit einer Lichtdurchlässigkeit von 15 Prozent sollen genügend Licht in das Treibhaus lassen.

Trojan Battery (Kolumbien) mit dem Projekt „Trojan battery powered microgrid in Colombia“: Mehr als 400 Haushalte würden durch fünf kleine Stromnetze an der Küste Kolumbiens versorgt. Das Photovoltaik-System sei für die dortigen Bedingungen ausgelegt und werde durch Dieselaggregate ergänzt.

Kategorie „Photovoltaik“:

Array Technologies, Inc. (USA): Der „DuraTrack HZ v3 Solar Tracker“ sei ein einachsiger Tracker für große Freiflächenanlagen im Megawattbereich, mit dem pro System 750 kWp bewegt werden könne. Die führe zu geringen Installationskosten, minimalem Wartungsaufwand und hoher Zuverlässigkeit.

Ciel & Terre International (Frankreich): Das Anlagensystem „HYDRE-LIO®“ Anlagensystem, erlaube den kostengünstigen Aufbau von großen Photovoltaik-Anlagen auf Wasserflächen, wie Stauseen.

DAS Energy GmbH (Österreich): Die als Dachdeckung einsetzbare semi-flexible Kunststoffdachbahn „EVALON® Solar cSi“ mit integrierten kristallinen Solarzellen und einer Leistungsdichte von rund ein Kilowatt pro zehn Quadratmetern Dachfläche ermögliche neue Anwendungen und sei durch das geringe Gewicht des glasfaserverstärkten Aufbaus insbesondere bei großen Gewerbebauten einsetzbar.

Enphase Energy (Frankreich): Die „Enphase Home Energy Solution“ sei eine Solarsystemlösung mit Micro-Invertern, Lithium-Ionen-Speicher mit hohem Wirkungsgrad, Energiemanagementsystem und Web-/App-Anwendung für Wohngebäude. Der modulare Aufbau des Systems ermögliche die Erweiterung um Komponenten wie Speicher, Photovoltaik oder einen Ladepunkt für das Elektroauto.

Hanwha Q Cells GmbH (Deutschland): Das „Q.PEAK RSF L-G4.2 375“ sei ein monokristallines Hochleistungsmodul mit optimierter Modulkabelverbindung und neuartigem Modulrahmen aus gefalztem Stahl. Dieses innovative Modulkonzept ermögliche Kosteneinsparungen bei Komponenten- und Materialeinsatz sowie einen schnellen Anlagenaufbau.

Power-Blox (Schweiz): Die kleine Minigrid-fähige Photovoltaik-Batterieanlage könne durch Vernetzung beliebig groß zur „Swarm technology & the Power-Blox 200 series“ skaliert werden. Das System ermögliche den einfachen Aufbau einer selbststeuernden und selbstlernenden Stromversorgung im netzfernen Bereich, an das übliche 230 Volt-Nutzer angeschlossen werden können.

Premium Mounting Technologies GmbH & Co. KG (Deutschland): Die stabile Leichtbau-Unterkonstruktion „PMT EVOlution South / East-West / 10° / 15°“ sei optimiert für große Flachdächer und dabei werkzeugfrei, schnell sowie sicher aufzubauen.

SMA Solar Technology AG (Deutschland): Der Outdoor-Wechselrichter „Sunny Tripower CORE1“ mit 50 Kilowatt ermöglicht eine einfache und schnelle Installation mit wenigen Komponenten. Das Gerät biete sechs MPP-Tracker, WiFi-Kommunikation sowie weitere Funktionalitäten bei deutlicher Kostenreduktion. Es eigne sich zudem für große Dach- als auch für Freiflächenanlagen.

SolarEdge Technologies (Israel): Die aktuelle Weiterentwicklung des Leistungsoptimierers „S-Series Power Optimizer“ für Solarmodule sei effizienter und 60 Prozent kleiner geworden. Dieser werde zukünftig mit einem Temperatursensor zur Überwachung und einem Modul-Verbindungsstecker inklusive Notfallabschaltung ausgestattet.

Solaria Corporation (USA): Solaria entwickele mit dem „Solaria PowerXT™ 330“ ein Hochleistungsmodul mit 330 Watt und einem Modulwirkungsgrad von bis zu 19,3 Prozent. Im Modul würden die monokristallinen Standardsolarzellen geschindelt verbunden. Dies kombiniert mit einer schwarzen Rückseitenfolie und schwarzem Rahmen ermögliche eine Flächenoptimierung inklusive ansprechendem Design.