Fraunhofer ISE erreicht 1,3 Prozent Messgenauigkeit bei Kalibrierung von Solarmodulen

Am Fraunhofer ISE entwickelte Testanordnung für die Vermessung bifacialer Module. Foto: Fraunhofer ISE

Für die Qualitätssicherung in der Modulproduktion ist eine genaue Kalibrierung der Photovoltaik-Produkte entscheidend. Das Kalibrierungslabor des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), CalLab PV Modules, hat mit 1,3 Prozent Messgenauigkeit einen neuen Spitzenwert bei der Kalibrierung von Solarmodulen erreicht, wie das Forschungsinstitut am Donnerstag mitteilte.

Dem Fraunhofer ISE zufolge entspricht jeder Prozentpunkt höhere Genauigkeit bei zehn Megawatt Modulleistung knapp 60.000 Euro. Daher sei, neben den Modulherstellern, vor allem für Kraftwerksbetreiber sehr wichtig die Leistung möglichst genau zu kennen, um Unsicherheiten ihrer Ertragsprognosen zu minimieren. Wissenschaftler hingegen benötigen exakte Messwerte zur Bewertung innovativer Technologien oder zur frühzeitigen Feststellung von Degradation.

Nach Angaben des Fraunhofer ISE profitiere das Kalibrierungslabor vor allem durch dessen Einbettung in die Forschungsumgebung von den neuesten Ergebnissen des Instituts. So könne das CalLab PV Modules bifaziale Module mit einem neu entwickelten Teststand zeitgleich beidseitig mit höchster Genauigkeit vermessen. Darüber hinaus erlaube die Kapazität des Kalibrierungslabors auch die Bearbeitung von größeren Chargen bei gleichbleibend hoher Präzision.

Frank Neuberger, Gruppenleiter des CalLab PV Modules, zufolge hat die Deutsche Akkreditierungsstelle die Ergebnisse der Messunsicherheitsanalyse überprüft und den Wert von 1,3 Prozent bestätigt. Die Reproduzierbarkeit der Messungen liegt nach Angaben des Forschungsinstituts bei 0,4 Prozent.