Solarworld erwägt Konzentration der deutschen Zellfertigung in Thüringen

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Die Solarworld AG wird sich an ihrem sächsischen Standort Freiberg künftig wohl auf die Wafer- und Modulproduktion konzentrieren. „Gegenwärtig prüfen wir, die im Verhältnis deutlich kleinere Zellfertigung an unseren Hauptzellstandort Arnstadt zu verlegen“, bestätigte Konzernsprecher Milan Nitzschke einen Bericht der „Freien Presse“, die am Wochenende einen entsprechenden Bericht veröffentlicht hatte. Details zur Verlagerungen würden gegenwärtig noch erarbeitet und mit dem Betriebsrat abgestimmt. Insgesamt beschäftigt Solarworld nach eigenen Angaben rund 1300 Menschen in Freiberg, davon sind etwa 160 in der Zellfertigung tätig. „Mögliche Beschäftigungseffekte“ der Verlagerung seien ebenfalls Bestandteil der Beratungen mit dem Betriebsrat, so Nitzschke auf Anfrage von pv magazine weiter.

Erst Mitte Januar kündigte Solarworld an, einen zweistelligen Millionenbetrag in die Aufrüstung seiner Waferfertigung in Freiberg zu investieren. Dafür sind neue Diamantdrahtsägen bei Meyer Burger bestellt worden, die ab dem zweiten Quartal ausgeliefert werden sollen. Mit der künftigen Konzentration auf Wafer- und Modulfertigung in Freiberg sowie Kristallisation und Zellfertigung in Arnstadt wolle Solarworld seine Produktion optimieren und Skaleneffekte erzielen. „Wir befinden uns im Wettbewerb mit besonders günstigen Importen aus Asien, vor allem Dumpingware aus China. Diesen Wettbewerb können wir nur gewinnen, indem wir auf qualitativ hochwertige Produkte setzen, die über Leistung und Lebensdauer unseren Kunden einen deutlichen Mehrwert bieten“, sagte Nitzschke weiter.

Die Werke in Arnstadt hatte Solarworld 2014 von Bosch übernommen, dass sich komplett aus dem kristallinen Photovoltaik-Geschäft zurückzog. Nach dem massiven Preisrutsch für Solarmodule angesichts großer Überkapazitäten weltweit im zweiten Halbjahr 2016 hatte Solarworld bereits im September für das vierte Quartal eine Anpassung seiner Produktionskapazitäten sowie die Trennung von 500 Zeitarbeitern in Freiberg und Arnstadt angekündigt. In Freiberg sind derzeit noch rund 100 Zeitarbeiter beschäftigt. (Sandra Enkhardt)

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