Uniper, SMA und RWTH Aachen nehmen modularen Großspeicher M5BAT in Betrieb

In Aachen ist nach gut einem Jahr Bauzeit der modulare Großspeicher M5BAT in Betrieb genommen worden. Der Stromspeicher mit 5 Megawatt befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Umspannwerk und den Forschungseinrichtungen der RWTH Aachen, teilte Uniper bereits am Donnerstag mit. "In sechs Strängen mit unterschiedlichen Lithium-Ionen-Batterietechnologien und vier unterschiedlichen Bleibatteriesträngen werden mehr als 25.000 Batteriezellen vom ersten Tag an intensiv und individuell überwacht. Daraus werden wir wertvolle Information zur Alterung, Zuverlässigkeit und Lebensdauer gewinnen können", erklärte Uwe Sauer, Gesamtverantwortlicher für das Projekt und den Betrieb von M5BAT vom Institute for Power Generation and Storage Systems (PGS) der RWTH Aachen. Gleichzeitig solle ein intelligentes Batteriemanagement für Hybridsysteme mit verschiedenen Technologien demonstriert werden.

Der vollautomatische Betrieb von M5BAT werde mit Hilfe einer Fernwirkeinrichtung vom Energiehandel von Uniper in Düsseldorf überwacht und zum Zwecke des Energiehandels ferngesteuert. Dabei werde der Batteriespeicher zu Forschungszwecken in verschiedenen Märkten eingesetzt, wie beispielsweise zur Erbringung von Primärregelleistung. "Mit M5BAT testen wir die Nutzungsmöglichkeiten einer Kombination unterschiedlicher Batterietechnologien im realen Netz und am Markt. Der Speicher ist bereits heute in Uniper’s operatives Handelsgeschäft eingebunden und wird kurzfristig wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung von Geschäftsmodellen auf Basis dezentraler Speicher liefern", erklärte Uniper-Vorstand Eckhardt Rümmler.

M5BAT verfügt über fünf verschiedene Batterietechnologien. "Die Inbetriebnahme des Batteriespeichers M5BAT stellt einen Meilenstein für unsere Speicheraktivitäten an der RWTH Aachen dar. Der Beginn des operativen Betriebs lässt interessante neue Erkenntnisse über die ökonomischen und technischen Eigenschaften von Batteriespeichern erwarten", sagte Rik W. De Doncker, Direktor des Clusters Sustainable Energy der RWTH Aachen, zur Eröffnung. Ziel sei es die Wirtschaftlichkeit von Speichersystemen zu verbessern und die Markteinführung der Technologien zu unterstützen.

Neben der RWTH Aachen und Uniper sind an dem Projekt auch SMA und Exide Technologies beteiligt. SMA entwickelte spezielle Umrichter für die Anbindung an das Stromnetz, während Exide Technologie für die Bleisäure-Batteriestränge zuständig sei. Darüber hinaus würden verschiedene Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. "Lithium-Ressourcen sind endlich und in stationären Anwendungen, in denen es auf Volumen und Gewicht weniger ankommt als in mobilen Anwendungen, stellen Bleibatterien eine interessante technologische Alternative dar", so Rainer Bußar, Director Industrial Batteries / R&D Europe von Exide Technologies.

Batteriespeicher gelten als Schlüsselkomponente beim kurzfristigen Ausgleich schwankender Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das Energiesystem. Aus diesem Grund ist das Projekt "M5BAT" im Rahmen der "Förderinitiative Energiespeicher" des Bundeswirtschaftsministeriums mit insgesamt 6,7 Millionen Euro gefördert worden. (Sandra Enkhardt)