Yingli bestätigt ersten Quartalgewinn seit Herbst 2011

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited hat im ersten Quartal 2016 nach eigenen Angaben seit langer Zeit erstmals wieder einen Nettogewinn erreichen können. Dieser habe bei umgerechnet 12,3 Millionen US-Dollar gelegen, teilte der chinesische Photovoltaik-Hersteller bei der Vorlage seiner ungeprüften, konsolidierten Quartalszahlen am Dienstag mit. Seinen Umsatz habe Yingli im Vergleich zum vierten Quartal 2015 weiter steigern können. Er habe bei 364,6 Millionen US-Dollar in den ersten drei Monaten gelegen, blieb damit aber unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Die Absatzmenge sei ebenfalls leicht auf 508,1 Megawatt leicht gegenüber dem vierten Quartal 2015 gestiegen, hieß es weiter. Im ersten Quartal 2015 konnte Yingli aber noch einen Absatz von mehr als 754 Megawatt vermelden. Das Bruttoergebnis für das erste Quartal konnte Yingli nach eigenen Angaben gegenüber dem letzten Quartal 2015 fast verdoppeln und erreichte 72,8 Millionen US-Dollar.

„Wir sind stolz, verkünden zu können, dass wir Profitabilität im ersten Quartal 2016 erreicht haben, was das erste gewinnbringende Quartal seit dem dritten Quartal 2011 ist“, erklärte Liansheng Miao, Vorstandschef von Yingli. Er hob auch auf die deutliche Steigerung des Bruttoergebnisses an. Die sei auch ein Ergebnis davon, dass sich der chinesische Photovoltaik-Hersteller international auf höherpreisige Märkte konzentriere. So sei der Anteil der Lieferungen nach Japan im ersten Quartal auf etwa 40 Prozent weiter gesteigert worden. Auch für das weitere Jahr erwarte Yingli eine starke Photovoltaik-Nachfrage aus Japan. Auch den Anteil der in die USA gelieferten Solarmodule habe das Unternehmen auf 14 Prozent steigern können und wolle nun diese Position behaupten. Aufträge hat Yingli auch auf dem Heimatmarkt. Bis Ende Mai habe es sich Bestellungen für 820 Megawatt Solarmodule in China sichern können.

Zahlungsaufschub mit Banken vereinbart

Yingli drückt ein riesiger Berg an kurz- und langfristigen Schulden. Die besonders betroffene Tochtergesellschaft habe nun mit einigen Gläubigerbanken eine Übereinkunft erzielt, die eine verlängerte Rückzahlung der Anleihen und geringere Zinsen vorsieht, wie Yingli weiter mitteilte. Zudem gingen die Verhandlungen über eine komplette Umstrukturierung der Schulden weiter. Yingli selbst prüfe zudem weiterhin alternative Finanzierungsoptionen. Im Mai hatte Yingli eine fällige Rückzahlung für eine Anleihe nicht leisten können. Auch dazu gebe es weiterhin Verhandlungen mit den betroffenen Gläubigern.

Ingesamt habe Yingli mittlerweile mehr als 15 Gigawatt an Solarmodulen weltweit ausgeliefert, so Liansheng Miao weiter. Dabei setzt der Hersteller auch auf verschiedene Technologien. Im Mai habe Yingli die bifaciale Serie seiner monokristallinen Solarmodule erfolgreich kommerzialisieren können. Sie seien in einem 500-Megawatt-Kraftwerk in Datong, das zum chinesischen „Top Runner“-Programm gehört, installiert worden. Miao zeigte sich optimistisch, dass Yingli im zweiten Quartal den Absatz weiter steigern könne. So werde eine Auslieferung von 580 bis 620 Megawatt an Solarmodulen erwartet. Die Bruttomarge solle dabei zwischen 18 und 20 Prozent liegen. (Sandra Enkhardt)