IHS: Globaler Photovoltaik-Zubau 2015 bei 59 Gigawatt

Die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung stieg im Jahr 2015 weiter an und erreichte IHS zufolge 59 Gigawatt. Für dieses Jahr gehen die Analysten von einem globalen Zubau von 69 Gigawatt aus, wobei allein die USA, Indien und China für 9,3 der 10,0 Gigawatt Steigerung verantwortlich sein dürften. Bis zum Jahresende könnte so die kumulierte Leistung aller Photovoltaik-Anlagen die Marke von 310 Gigawatt übertreffen – Ende 2010 seien es nur etwa 40 Gigawatt gewesen. China, USA, Japan, Deutschland und Italien würden dabei rund 70 Prozent Anteil haben, hieß es weiter. Dabei werde Deutschland wegen des stagnierenden Zubaus in diesem Jahr noch von den USA und Japan überholt und auf Rang vier bei der kumulierten Photovoltaik-Leistung zurückfallen. Im vergangenen Jahr hatte China Deutschland an der Weltspitze abgelöst.

„Die anhaltende Stagnation der größten europäischen Photovoltaik-Märke wegen geringer finanzieller Anreize hat den Zubau in Europa in den vergangenen Jahren dramatisch abgebremst, aber die weltweite Nachfrage bleibt stark“, sagt Josefin Berg, Senior Analystin für Solar bei IHS Technology. „Die Wertschöpfungskette kann dabei weiterhin von den relativ stabilen Preisen profitieren und es neue Welle von Kapazitätserweiterungen könnte nun kommen.“

IHS geht in diesem Jahr vor allem von einem starken Zubau im vierten Quartal aus. Allein 21 Gigawatt der 69 Gigawatt könnten so zwischen Oktober und Dezember installiert werden. Dabei werde die insgesamt starke Nachfrage weiterhin für stabile Modulpreise sorgen. IHS erwartet, dass in diesem Jahr die durchschnittlichen Modulpreise in diesem Jahr um weniger als fünf Prozent sinken werden. Dies wäre der geringste Rückgang, den die Analysten jemals im Jahresvergleich hätten verzeichnen können. Bereits 2015 sei dabei ein gutes Jahr für die Modulhersteller gewesen. Die durchschnittliche Bruttomarge habe 22 Prozent erreicht. Vor allem wegen der gesunkenen Polysiliziumpreise bei festen Modulpreisen in einigen Märkten hätten die Bruttoeinnahmen der Modulhersteller auf 8,5 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr steigen lassen. IHS zufolge der höchste Wert seit 2011. (Sandra Enkhardt)