Eon setzt nach Rekordverlust auf neue Energiewelt

Eon hat im dritten Quartal einen Rekordverlust von 7,3 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Grund dafür sind Abschreibungen auf fossile Kraftwerke. Die Wertberichtigungen belaufen sich Eon zufolge auf 8,3 Milliarden Euro. Diese außerplanmäßigen Abschreibungen seien vorgenommen worden wegen aktualisierter Annahmen zur langfristigen Entwicklung von Strom- und Primärenergiepreisen sowie den politischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Profitabilität, hieß es bei Eon. Trotz des desaströsen Quartals hält der Düsseldorfer Energiekonzern an seiner Jahresprognose fest und will ein EBITDA-Ergebnis zwischen 7,0 und 7,6 Milliarden Euro sowie einen nachhaltigen Konzernüberschuss von 1,4 und 1,8 Milliarden Euro erreichen. Auch die Aktivitäten zur zum Jahresende geplanten Aufspaltung befänden sich auf der Zielgrade, erklärte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen bei der Veröffentlichung der Zahlen.

Der Plan sieht eine Aufspaltung des operativen Geschäfts vor. Bei Eon sollen die Aktivitäten rund um erneuerbare Energien verbleiben. Die fossilen Kraftwerke sollen in die neu gegründete Gesellschaft Uniper überführt werden. Bezüglich der Atomkraftwerke kündigte Eon nun an, dass diese „kein strategisches Geschäftsfeld der künftigen Eon“ seien, sondern von einer gesonderten operativen Einheit mit dem Namen „Preussen Elektra“ – allerdings unter dem Dach der neuen Eon. Der Energiekonzern betreibe derzeit noch drei AKW in Deutschland und halte Minderheitsbeteiligungen an drei weiteren AKW. Derzeit mache die Kerneenergie in Deutschland noch rund acht Prozent des Erzeugungsportfolios aus.

Einen kleinen Erfolg konnte Eon auch vermelden. So hat der Konzern sein norwegisches Öl- und Gasfördergeschäft an die DEA Deutsche Erdöl AG verkauft und der Erlös wird dann zu einer weiteren Rückführung der Nettoverschuldung im vierten Quartal führen. In den ersten neun Monaten hat Eon seine wirtschaftliche Nettoverschuldung um 5,3 Milliarden Euro verringern können. Sie beträgt aber nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen immer noch mehr als 28,1 Milliarden Euro. Der Umsatz in den ersten neun Monaten lag fünf Prozent höher als im Vorjahreszeitraum und erreichte 84,3 Milliarden Euro. Die bereinigten EBITDA- und EBIT-Ergebnisse lagen hingegen Eon zufolge 18 und 24 Prozent unter vorjahresniveau, der bereinigte Konzernüberschuss sank sogar um 30 Prozent und erreichte zu Ende September 962 Millionen Euro. (Sandra Enkhardt)