Neue Kunden für EPCs

Eines der Unternehmen, dem es gut geht, ist nach eigenen Aussagen Avantag Energy. Es plant als EPC-Dienstleister Photovoltaikanlagen, vor allem mittlere und größere im Gewerbe. Ansässig in Luxemburg, sind die zehn Mitarbeiter vor allem in der Grenzregion Saarland und Rheinland-Pfalz tätig. „Einfach die Dachfläche zukleistern, das geht heute nicht mehr“, sagt Peter Schuth, einer der drei Gesellschafter. Das bedeutet auch, dass sie sich viel mehr als früher darum kümmern müssen, Partner zusammenzubekommen und ein Modell zu finden, mit dem sich die Anlagen für alle rentieren.

Was das alte Investorenmodell angeht, bei dem ein Geldgeber auf einer gepachteten Dachfläche eine Anlage realisiert, werde die Luft zwar dünner, da bei der niedrigen Einspeisevergütung keine hohen Dachpachten mehr möglich seien. Doch wenn man einen guten Zugang zu Dachflächen hat und die Interessen der Dachbesitzer „mit den Möglichkeiten des Standortes und der Technik vereinen kann“, so Peter Schuth, gehe es immer noch. Wie er und seine Geschäftspartner genau diesen guten Zugang finden, bleibt jedoch sein Geschäftsgeheimnis. Da bittet er um Verständnis. Letztes Jahr hat Avantag Energy nach eigenen Aussagen etwa fünf Megawatt Anlagenleistung realisiert.

Als Investoren seien zum Beispiel EVUs interessant. So sei es in den letzten Monaten möglich gewesen, für ein Stadtwerk aus der Pfalz mehr als 2,5 Megawatt an Anlagen zu realisieren. Sie speisen den Strom sogar komplett ein und finanzieren sich über die Einspeisevergütung. Eine Motivation für EVUs sei jedoch, den Photovoltaikstrom zukünftig lokal vermarkten zu können. Da kann es dann sinnvoll sein, ganz auf die Einspeisevergütung zu verzichten. „Auch für ein erstes Projekt abseits des EEG sind wir gerade mit einem Stadtwerk am Start“, sagt Peter Schuth.

Dem Investorenmodell steht das Modell gegenüber, bei dem Gewerbetreibende auf dem eigenen Dach Anlagen errichten. Auch das funktioniert nach Aussage von Schuth noch. „Allerdings braucht keiner eine Photovoltaikanlage“, sagt er. „Diese baut der Kunde nur, wenn sie für ihn sinnvoll und gewinnbringend ist.“ Eine attraktive Lösung zu finden müsse trotz der Politik möglich sein. Das gehe anderen Branchen schließlich auch so.

„Für einen saarländischen Energieversorger haben wir zunächst ein Eigenverbrauchsprojekt von rund 200 Kilowatt auf seiner Unternehmenszentrale realisiert“, sagt Schuth. Danach sei daraus eine enge Kooperation entstanden. Nun versuchen sie gemeinsam, Kunden des Energieversorgers vom Bau einer Photovoltaikanlage zu überzeugen.

Dabei betont Peter Schuth, so wie andere Experten auch, dass sich Anlagen durchaus noch lohnen. Bei 1.000 bis 1.200 Euro pro Kilowatt Installationskosten sind Stromgestehungskosten von acht bis zehn Cent möglich. Bei Volleinspeisung betrage die Amortisationszeit allerdings 12 bis 13 Jahre. Mit Eigenverbrauch lässt sich diese auf sieben bis acht Jahre reduzieren. „Für Gewerbetreibende ist das teilweise grenzwertig“, sagt Peter Schuth. Aber nicht für alle. Und auch hier kommen wieder EVUs ins Spiel. Für diese sei das oft akzeptabel, da sie den Strom in Zukunft eventuell auch anders vermarkten könnten.

Wie detailliert Kunden die Renditerechnung wollten, sei dabei sehr unterschiedlich. „Der Kunde im Mittelstand sucht vor allem Planbarkeit“, sagt Schuth. Dabei sei den Kunden durchaus bewusst, dass die Planbarkeit der Rendite bei Photovoltaikanlagen ihre Grenzen hat. Das liegt an den Abgaben und Umlagen auf den Strompreis und den selbst verbrauchten Strom, die sich in Zukunft per Gesetz ändern können. Das sei aber kein größeres Hemmnis, so seine Erfahrung. Schließlich ändere sich im Wirtschaftsleben ständig etwas und die Risiken in der Photovoltaikanlage seien bei weitem geringer, als sie viele Unternehmer in ihrem Kerngeschäft tagtäglich bewältigen müssten. Eine potenzielle Kundengruppe seien auch diejenigen, die sich in der Vergangenheit gegen eine Anlage entschieden haben. „Das kann unter den heutigen Rahmenbedingungen anders aussehen“, sagt Schuth. Früher ging es um reine Renditeobjekte. Heute sei der Blick oft ein anderer. Unter dem Motto „Sprechen Sie noch mal mit uns und lassen Sie uns die Chancen gemeinsam bewerten“ geht er daher auch auf diese noch einmal zu. (Michael Fuhs)

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