RWE auf den Spuren von Eon: Aufsichtsrat stimmt Konzernumbau zu

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RWE gehört zu den vier großen Energiekonzernen in Deutschland. Als solcher hat er die Energiewende in Deutschland in den vergangenen Jahren weitgehend verschlafen und kämpft nun mit den Folgen, die sich vor allem in dem verlustreichen Geschäft mit konventionellen Kraftwerken manifestieren. In einer Sondersitzung hat nun der Aufsichtsrat von RWE am Montag einer Radikalkur und Neuorganisation zugestimmt. Dies beinhaltet eine Abschaffung der RWE AG als Holding. Sie soll in eine operative Gesellschaft umgewandelt werden, wie der Essener Energiekonzern mittteilte. „Konsequent wird die funktionale Steuerung künftig durch operative Vorstandsmitglieder (Chief Operating Officer) für konventionelle Erzeugung, Vertrieb, Netze und erneuerbare Energien im Führungsteam der RWE AG übernommen. Diese vier COOs im AG-Vorstand werden in Personalunion gleichzeitig die entsprechenden Geschäftsfelder leiten, die bereits heute existieren. Die heutige Position eines Geschäftsfeld-übergreifenden COOs entfällt“, heißt es dort. Zusätzlich würden künftig auch Vorstandsgremien und Geschäftsführungen bei den integrierten Gesellschaften wegfallen. Die Änderungen sollen RWE zufolge bis zum 1. Januar 2017 umgesetzt werden.

Bereits im März kündigte RWE-Vorstandschef Peter Terium einen Umbau des Konzerns an. „Diese Veränderungen sind weitere Meilensteine auf dem Weg, RWE fit für die neue Energiewelt zu machen und eine RWE zu werden“, erklärte er nach der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Künftig solle es auch Länderbeauftrage geben, die für die Steuerung und Optimierungen von Aufgaben vor Ort zentral verantwortlich seien. Mit der Bündelung der Gesellschaften baue RWE Bürokratie ab und verschlanke seine Prozesse. Die neue RWE AG wird schneller und wendiger sein – so, wie die tiefgreifenden Veränderungen des Energiemarktes es verlangen. Was wir nun dringender denn je brauchen, ist ein starker operativer Kern des Konzerns“, erklärt Peter Terium weiter. Die Verschlankung des Managements treffe dabei vor allem die Gremien der 100-prozentigen RWE-Beteiligungen in Deutschland. Dort würden sieben der bisher zehn Aufsichtratsgremien wegfallen.

In der neuen RWE AG sollen vor allem Vertriebs- und Netzgeschäft gebündelt werden. Dazu würden verschiedene Gesellschaften integriert. Nach den derzeitigen Plänen sind nur die RWE Generation SE/ RWE Power AG, RWE Innogy GmbH und RWE Supply & Trading GmbH von der Bündelung des Geschäfts unter dem Dach der AG betroffen. Welche Auswirkungen die neue Struktur auf die Mitarbeiterzahl haben wird, ließ RWE zunächst offen. Allerdings wolle der Energiekonzern alle Standorte erhalten.

Bis 2017 soll die neue Struktur umgesetzt werden. Grafik: RWE

Im Dezember 2014 hatte Eon für einen Paukenschlag gesorgt, als es eine Aufspaltung des Konzerns ankündigte. Der Energiekonzern wird künftig in eine Gesellschaft für erneuerbare Energien und eine für die konventionelle Energie aufgeteilt. Letztere soll den Namen Uniper erhalten. Der Umbau von Eon soll noch in diesem Jahr weitgehend abgeschlossen werden. (Sandra Enkhardt)

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