Lichtblick: Neues Verfahren bringt dezentrale Kraftwerke auf den Regelenergiemarkt

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Lichtblick hat gemeinsam mit den Übertragungsnetzbetreibern ein neues Verfahren entwickelt, wie kleine, intelligent vernetzte Kraftwerke am Regelenergiemarkt teilnehmen und damit zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen können. In einem ersten Schritt würden zunächst 400 Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) von Lichtblick Sekundärregelleistung bereitstellen. Die Anlagen vom Typ „ZuhauseKraftwerk“ steuert der Energieanbieter über die von ihm entwickelte IT-Plattform „SchwarmDirigent“.

"Diese Innovation ist ein Quantensprung für die Energiewende. Wir setzen die auch auf der Hannover Messe intensiv diskutierte Digitalisierung der Energiewende in die Praxis um“, erklärte Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei Lichtblick. Dank der intelligenten Vernetzung könnten dezentrale Kraftwerke damit „in der Königsklasse der Stromerzeugung“ mitspielen. „Damit schaffen wir eine Blaupause für ein sicheres Stromnetz auf der Basis intelligenter und flexibler Mini-Kraftwerke", so Lücking weiter.

Kraftwerke, die Regelenergie anbieten, müssten eine hohe Zuverlässigkeit und Flexibilität aufweisen. Bisher sei jede einzelne Anlage untersucht worden, ob sie diese Kriterien erfüllt und damit für den Regelenergiemarkt zugelassen wird. Lichtblick und die Übertragungsnetzbetreiber haben nun ein standardisiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich Baureihen kleiner Anlagen für den Regelenergie-Markt qualifizieren können, wie es weiter heißt. Damit werde eine Hürde auf dem Weg zu dezentraler Regelenergie aus dem Weg geräumt. Eine Einzelprüfung jedes Mini-Kraftwerks würde sich nicht lohnen. Das Regelenergie-Projekt von Lichtblick ist in seiner Forschungsphase vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert worden.

In einem nächsten Schritt will LichtBlick BHKW anderer Betreiber in den Regelenergiemarkt einbinden. Künftig sollen dann auch Wärmepumpen und Batterien positive und negative Regelenergie bereitstellen. Gemeinsam mit Partnern erprobt Lichtblick derzeit bereits die Integration von Elektroauto-Batterien und Photovoltaik-Speichern in den Sekundärregelleistungsmarkt.

Regelenergie ist notwendig, wenn Verbrauch und Erzeugung stark auseinandertriften. Dann wird durch die Regelenergie die Netzfrequenz wieder bei 50 Hertz stabilisiert. Bisher wird dieser Markt vor allem von großen Pumpspeicher-, Gas- oder Steinkohlekraftwerke dominiert. Der rapide Wandel von zentralen zur dezentralen Stromerzeugung verändert diesen Markt, wie es bei Lichtblick heißt. Künftig müssten daher auch kleine Kraftwerke und Batteriespeicher flexibel Strom liefern können und somit Verantwortung für die Netzstabilität übernehmen. (Sandra Enkhardt)

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