Dyesol schließt Vorvertrag mit türkischer Entwicklungsbank

Dyesol hat einen nicht-bindenden Vorvertrag von der Entwicklungsbank der Türkei (TKB) erhalten, in dem es um die Kommerzialisierung der Perowskite-Farbstoff-Photovoltaik-Technologie in der Türkei geht. Der Absichtserklärung seien einige Meeting zwischen Dyesol, Nesli DSC und der TKB in den vergangenen zwei Jahren vorausgegangen, teilte der australische Photovoltaik-Hersteller nun mit. Für die Kommerzialisierung soll eine Fabrik mit 600 Megawatt Kapazität in Mersin entstehen. 2500 Arbeitsplätze wolle Dyesol damit schaffen. In dem Vorvertrag sei festgehalten, dass die TKB eine strategische Beteiligung an Dyesol erwäge. Zusätzlich könnten dem australischen Unternehmen Steuervergünstigungen in den ersten Jahren gewährt werden, um den Erfolg abzusichern, hieß es weiter. Eine Vorbedingung, dass der Vertrag bindend werden kann, sei dass, Dyesol und Nesli DSC ein Joint Venture gründeten, an dem sie jeweils 50 Prozent hielten.

Bereits im Januar hatten die beiden Unternehmen einen umfassenden Vertrag zur Einführung und Kommerzialisierung der Perowskite-Farbstoff-Technologie in der Türkei geschlossen. Darin sind drei separate Entwicklungs- und Kommerzialisierungsetappen vorgesehen. Zunächst geht es um die Entwicklung von Prototypen, danach folge der Bau einer Pilotlinie und als drittes dann die Massenfertigung. Im Zuge der ersten Phase solle in diesem Jahr eine Produktionsanlage in der Türkei für die Herstellung der Prototypen entstehen. Dafür sollen Dyesol zufolge 1,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt werden. Das Geld solle hauptsächlich aus Zahlungen der koreanischen Tochtergesellschaft Dyesol-Timo kommen.

Wenn diese erste Phase erfolgreich abgeschlossen werde, solle ein Joint Venture zwischen Dyesol und Nesli DSC gegründet werden, an dem beide Partner 50 Prozent halten sollen, hieß es im Januar. Beide Unternehmen sagten nun zu, bis zum Jahresende der TKB einen detaillierten Businessplan für das Joint Venture vorzulegen.

Für das kommende Jahr sei dann der zweite Schritt vorgesehen. Dann solle eine Pilotlinie gebaut werden und es sei technisch die schwierigste Phase für die Kommerzialisierung der Photovoltaik-Technologie. Die geplante Kapazität der Produktion solle ein Volumen von etwa 20.000 Quadratmetern der Farbstoffsolarmodule betragen. In dieser Phase gehe es auch um weitere Tests der Produkte sowie die Optimierung der Herstellungsprozesse. Wenn dies abgeschlossen sei, könne die Massenfertigung beginnen. Nach Angaben für Dyesol ist dies weiterhin für 2018 vorgesehen.

Der Wirkungsgrad der Perowskit-Solarzellen hat sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch erhöht. (Grafik: Solarpraxis AG/Harald Schütt)

Stabilitätsprobleme im Griff?

DieEntwicklung der Perowskit-Solarzellen war in den letzten drei Jahren zwar eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Innerhalb kurzer Zeit ist es gelungen, ihren Wirkungsgrad deutlich über den der herkömmlichen Farbstoffsolarzelle zu heben und 20 Prozent sind in Reichweite. Die große Herausforderung ist aber noch, die Zellen auf großer Fläche und vor allem stabil genug zu produzieren. Die Perowskitzellen, die aus den Forschungslaboren kommen, halten vielleicht ein bis eineinhalb Jahre, wenn es hoch kommt. Forscher haben sich in der Vergangenheit zuversichtlich geäußert, dass sie das Problem lösen können, aber das wird Zeit brauchen. Daher dürfte es alle sehr interessieren, mehr über die Dyesol-Technologie zu erfahren, die das Unternehmen "revolutionär" nennt. Das wäre sie tatsächlich, wenn das Unternehmen die Stabilitätsprobleme wirklich im Griff hat. (Sandra Enkhardt/Michael Fuhs)