Milk the Sun verzeichnet steigende Nachfrage nach Projektrechten

pv magazine: Der Photovoltaik-Markt in Deutschland kennt derzeit nur eine Richtung – nach unten? Wie sieht es beim Online-Handel mit bestehenden Photovoltaik-Anlagen aus?

Dirk Petschick: Der Handel mit bestehenden Photovoltaik-Anlagen ist sicher anders zu betrachten als der Markt für Neuinstallationen in Deutschland. Die Nachfrage nach laufenden Photovoltaik-Investments ist ungebrochen hoch und wird weiter wegen der Alternativlosigkeit anderer vergleichbar sicherer Anlagenformen beflügelt. Trotz alledem haben wir jedoch in den letzten beiden Monaten eine spürbare, wenn sicher auch temporäre, Belebung des Handels von Projektrechten auf unserem Marktplatz gesehen. So wurden Projektrechte von 500 Kilowatt bis 10 Megawatt in Deutschland erfolgreich über Milk the Sun vermittelt.

Wer interessiert sich derzeit besonders für eine Investition in bestehende Photovoltaik-Anlagen?

Es lässt sich gar nicht so genau abgrenzen, wer sich besonders für so ein Investment interessiert. Aktuell findet jedes Investment, wenn es gewissen Standards an Dokumentation und Renditeerwartung genügt, viele Interessenten und dann auch einen Investor. Das fängt bei kleinen Aufteileranlagen im Bereich 20-30 Kilowatt für Privatinvestoren an und hört bei internationalen institutionellen Investoren auf, die im Multimegawattbereich investieren. Auffällig ist, dass zunehmend ausländische Investoren auch den Bereich unter einem Megawatt für sich entdecken. Dies drückt spürbar auf die Renditen, sorgt aber andererseits für interessante Verkaufspreise für verkaufswillige Solaranlagenbesitzer.

Gibt es Vor- oder Nachteile beim Onlinekauf und -verkauf?

Fangen wir mit einem Nachteil an. Käufer und Verkäufer bewegen sich nicht mehr ausschließlich im Freundes- und Bekanntenkreis, wenn sie eine Photovoltaik-Anlage kaufen oder verkaufen wollen. Die Qual der Wahl wird größer. Die Vorteile sind analog denen, die man bei allen Online-Angeboten kennt. Jeder Investor findet auf unserem Online-Marktplatz transparent eine große Auswahl an vorgeprüften, real existierenden und strukturiert aufbereiteten Investitionsmöglichkeiten. Dies reduziert den Suchaufwand und damit auch die Sourcing-Kosten. Der Verkäufer einer Photovoltaik-Anlage erhält durch die Präsentation seiner Anlage auf unserem Marktplatz kostenlosen Zugang zu tausenden nationalen, aber auch Internationalen Investoren und erhält durch den Wettbewerb der Investoren den besten Preis für seine Anlage.

Auf der Betreiberkonferenz in einigen Tagen wird es einen Thementisch "Online-Tools zum Zweitmarkt" geben: Dort werden sie sich gemeinsam  einem Vertreter des Konkurrenten Projectforum den Fragen des Publikums stellen. Was erwarten Sie von diesem Format?

Hätte die Solarpraxis nicht den Schritt gewagt, dieses neue Format aufzusetzen, hätten wir es wohl selbst tun müssen, denn die Betreiber der mehr als 1,4 Millionen Solaranlagen in Deutschland brauchen dringend ein Format, welches sich deren ganz individuellen Belangen widmet. Hier entsteht eine ganz neue Industrie und damit eine große Chance für viele Solarunternehmen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Ich freue mich sehr auf den Gedankenaustausch am Thementisch und bin auf das Feedback aus Sicht der Anwender zu den unterschiedlichen Ansätzen von Milk the Sun und unserem Wettbewerber Projectforum gespannt. Das Feedback der Nutzer über die Vor- und Nachteile des geschlossenen Marktplatzgedanken von Projectforum oder unserem Ansatz eines offenen und transparenten Marktplatzes kann uns nur helfen, unsere Serviceangebote entsprechend weiter zu entwickeln.

Das Interview führte Sandra Enkhardt. Weitere Informationen und zur Anmeldung für "Die PV-Betreiberkonferenz in Deutschland" am 27. März 2015 in Kirchdorf/HaagZum Marktplatz von Milk the Sun