Greenpeace Energy prüft Klage gegen britische Atom-Subventionen

Teilen

Greenpeace Energy hat Widerstand gegen das Ansinnen von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia angekündigt, der staatliche Subventionen für den Neubau eines Atomkraftwerks in Großbritannien genehmigen will. Dies hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet. Der britische Staat soll dem französischen AKW-Betreiber EDF zugesichert haben, den Strom aus dem geplanten AKW „Hinkley Point C“ mit einer garantierten Einspeisevergütung von umgerechnet 10,6 Cent pro Kilowattstunde für die kommenden 35 Jahre vergüten zu wollen. Die Vereinbarung enthalte auch einen Inflationsausgleich. Nach Berechnungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft der Strom aus dem Reaktor-Neubau nach 20 Jahren mit 15,7 Cent pro Kilowattstunde vergütet, während eine neue Windkraftanlage in Deutschland maximal 9,27 Cent erhält. "Damit liegt der Preis für gefährlichen britischen Atomstrom mittelfristig mehr als 50 Prozent über dem, was saubere Windkraftanlagen in Deutschland als Vergütung erhalten", sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy.

Der Ökostrom-Anbieter plant daher auch juristische Schritte gegen die Bewilligung der Atom-Subventionen einzulegen. Eine Genehmigung der britischen Beihilfen sei wettbewerbsrechtlich fragwürdig, weil dadurch Marktvorteile für die Atomkraft geschaffen und Erneuerbare in Europa benachteiligt würden. "Ein solches Signal direkt vor dem Klimagipfel in New York und kurz nachdem hunderttausende Menschen weltweit für die Energiewende demonstriert haben, wäre ein Schandfleck in der Bilanz der scheidenden EU-Kommission", so Tangermann. Eine Genehmigung wäre auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil sich die EU-Kommission zu Beginn des Beihilfeverfahrens deutlich kritischer zu den Atom-Subventionen positioniert habe.

Das AKW Hinkley Point C soll im Südwesten Englands entstehen und ab 2023 Strom liefern. Zahlreiche Unternehmen, Staaten und Institutionen hatten Anfang April offiziell Einspruch bei der EU-Kommission gegen das Projekt eingelegt. Diese Einwände müsse Brüssel sorgfältig prüfen. "Die amtierende EU-Kommission darf hier keine übereilte Entscheidung treffen, um das Verfahren noch bis zum Ende ihrer Amtsperiode abzuschließen, sondern sollte die Untersuchung an die nachfolgende Kommission übergeben", sagte Tangermann. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.