Solon wegen Verdachts der Insolvenzverschleppung angezeigt

Bei der Staatsanwaltschaft in Berlin ist am 22. Juli eine Anzeige wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung gegen die Geschäftsleitungen der Firmen Solon International LLFZE und Solon Energy GmH eingereicht worden. Das Schreiben an die Staatsanwaltschaft liegt pv magazine vor. Hintergrund ist, dass Solon viele offene Forderungen aus diesem Jahr noch nicht beglichen haben soll. Der Photovoltaik-Hersteller hatte Ende April seinen Berliner Standort geschlossen und alle Mitarbeiter fristgerecht gekündigt. Viele Arbeitsverträge seien mittlerweile ausgelaufen. Teilweise hätten Mitarbeiter aber auch sechs Monate Kündigungsfrist.

Zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung war im Zuge der Schließung des Berliner Werks in Adlershof ein Sozialplan ausgearbeitet worden. Er sieht unter anderem auch die Zahlung von Abfindungen vor. „Viele Mitarbeiter warten immer noch auf einen Teil ihrer Gehälter und die Abfindungen“, sagt ein ehemaliger Solon-Mitarbeiter pv magazine. Er selbst habe das letzte Mal im April eine Abschlagszahlung seines Gehalts von Solon erhalten, sei aber bis Ende Juni noch offiziell beschäftigt gewesen.

Es habe in der Vergangenheit mehrere Treffen zwischen Betriebsrat und der Geschäftsleitung sowohl der Solon Energy als auch der Solon International gegeben. Dabei es immer wieder versprochen worden, das Geld aufzutreiben und die Schulden zu begleichen. Bis Ende Juli sollten die fälligen Zahlungen geleistet werden. Bislang sei dies aber nicht passiert, bestätigte der ehemalige Mitarbeiter am Freitag. Mit der Strafanzeige hofft er nun, dass noch etwa Geld an die Mitarbeiter ausgezahlt werde.

Nach IG-Metall-Angaben von Ende Juni warteten insgesamt etwa 230 ehemalige Beschäftigte von Solon noch auf Teile ihres Lohns und ihre Abfindungen. Mehr als 50 Mitarbeiter hatten sich zur Klage entschlossen. Nach Informationen von pv magazine kamen zu dafür anberaumten Schlichtungsterminen teilweise keine Vertreter von Solon. Neben den ausstehenden Zahlungen an die Mitarbeiter soll der Photovoltaik-Hersteller auch noch umfangreiche Schulden bei Lieferenten und Dienstleistern haben sowie Mietrückstände aus diesem Jahr für seinen Standort in Adlershof haben. Auch diese Forderungen summieren sich dem Schreiben zufolge auf mehr als zwei Millionen Euro.

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte pv magazine den Eingang des Schreibens. Noch sei aber nicht entschieden, ob Ermittlungen aufgenommen würden, sagte ein Sprecher. Wann die Entscheidung fallen werde, konnte er ebenfalls nicht sagen. 2012 war Solon aus der Insolvenz heraus von dem arabisch-indischen Unternehmen Microsol übernommen worden. (Sandra Enkhardt)