Sinneswandel bei Eon?

Teilen

Eon und die Photovoltaik passten bislang kaum zusammen. Doch das sonnenreiche erste Halbjahr geht auch an dem Energiekonzern nicht spurlos vorbei. Nach Aussagen des Geschäftsführers der Eon Energie Deutschland, Rolf Fouchier, haben 5-Kilowatt-Photovoltaik-Anlagen in Deutschland im ersten Halbjahr rund 2100 Kilowattstunden Strom erzeugt und damit etwa 600 Kilowattstunden mehr als im Vorjahreszeitraum. „Wer auf Solar setzt, hat also 2014 kräftig profitiert“, sagt Fouchier daher auch in einem hauseigenen Interview. Doch anschließend lässt sich Fouchier nicht – wie es sein oberster Chef Johannes Teyssen gern tut – zu einer Tirade gegen die Photovoltaik hinreißen. Auf die Frage „Aber macht der Solar-Boom nicht ihr klassisches Strom-Geschäft kaputt“, findet er eine überraschende Antwort. Demnach versteht sich die Eon Energie Deutschland als Energiedienstleister, der seinen Kunden attraktive dezentrale Erzeugungsmöglichkeiten eröffnen wolle. „Photovoltaik ist dabei eine wichtige Stütze, vor allem, wenn es um die Produktion von CO2-freiem Strom geht. Zentrale und dezentrale Energielösungen schließen sich nicht aus. Vielmehr arbeiten wir an intelligenten Energielösungen, die den Fokus auf erneuerbare Energien und hier vor allem auf Solarenergie rücken“, sagt Fouchier weiter.

Er betont zudem die Vorteile des Eigenverbrauchs sowie die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit Speichersystem, um die Netze zu entlasten. Einen Appell an die Bundesregierung, den Eigenverbrauch nicht anteilig mit der EEG-Umlage zu belasten, gibt es dann aber auch nicht. Soviel Werbung für die Photovoltaik will Eon dann anscheinend doch nicht machen. Mal schauen, wann Johannes Teyssen wieder mal Gelegenheit findet, dieBetreiber mit von Photovoltaik-Anlagen mit Schwarzbrennern zu vergleichen. (Sandra Enkhardt)