Wirsol Solar Energie beantragt Insolvenz

Mit der Wirsol Solar Energie GmbH hat beim Amtsgericht Karlsruhe Insolvenz beantragt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter sei Steffen Rauschenbusch von der Kanzlei Ernestus eingesetzt worden. Als Grund für die Insolvenz werden interne Haftungsverhältnisse genannt. In der Bekanntmachung des Amtsgerichts heißt es, der Insolvenzverwalter habe die Aufgabe das Vermögen der Wirsol Solar Energie zu sichern und zu erhalten. Rauschenbuch solle zudem als Sachverständiger prüfen, ob ein „maßgebender Eröffnungsgrund“ für die Insolvenz vorliegt und welche Aussichten für die Fortführung des Unternehmens bestünden.

Der Geschäftsbetrieb der Wirsol Solar Energie bleibe zunächst aufrechterhalten, erklärte der Insolvenzverwalter des Photovoltaik-Unternehmens auf Anfrage von pv magazine. Das operative Geschäft der für den Privatkundenvertrieb zuständigen Gesellschaft sei nach wie vor gesund. Betroffen von dem Insolvenzantrag seien 64 Mitarbeiter, deren Löhne und Gehälter nun zunächst über das Insolvenzgeld gesichert seien. Die Gespräche mit potenziellen Investoren liefen bereits, so Rauschenbusch weiter.

Die gesamte Wirsol-Gruppe steckt derzeit in großen Schwierigkeiten. Im September 2013 beantragte das Unternehmen für mehrere Gesellschaften ein sogenanntes Schutzschirmverfahren. Ende Oktober ordnete das Amtsgericht Karlsruhe dann aber vorläufige Planinsolvenzverfahren für die Wirsol Solar AG (Muttergesellschaft), die Wirsol Deutschland GmbH (Großprojekte in Deutschland), die Wirsol Solar System GmbH (Handel) und die Wirsol APAC GmbH an. Der Rechtsanwalt Markus Ernestus ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt worden. Er kündigte Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium über die weitere Finanzierung der Wirsol Gruppe an. Zu Jahresbeginn nun hat das Amtsgericht Karlsruhe die Hauptverfahren für vier Wirsol-Gesellschaften eröffnet, darunter auch die Wirsol Integrated PV Solutions GmbH (Forschung und Offgrid-Systeme). Im Dezember schließlich beantragte auch die E-Mobility-Tochter von Wirsol die vorläufige Insolvenz.

Wie die Perspektive für die Wirsol-Gesellschaften ist, lässt sich schwer einschätzen. Kurz vor Weihnachten berichtete die „Rhein-Neckar-Zeitung“, dass sich keine Investoren für eine Komplettübernahme der Gruppe finden ließen und daher die Zerschlagung drohe. Es gebe Interessenten für einige Unternehmensteile. Voraussichtlich werde aber der Großteil der rund 250 Mitarbeiter seinen Job verlieren. Die Schulden von Wirsol belaufen sich dem Bericht zufolge auf 60 Millionen Euro. Zum aktuellen Stand erklärte eine Sprecherin, dass derzeit Gespräche mit Investoren für die einzelnen Gesellschaften stattfinden. Bislang sei nur die Wirsol Wind GmbH ausgelöst worden. Sie sagte weiter, dass Mark Hogan und Markus Wirth zum 31. Dezember 2013 von ihren Vorstandposten zurückgetreten seien. (Sandra Enkhardt)