Juwi-Chef fordert CO2-Steuer

Das Ergebnis der Bundestagswahl birgt nach Ansicht von Juwi-Vorstand Matthias Willenbacher die Chance, die ins Stocken geratene Energiewende in Deutschland wieder anzuschieben. „Mit Rösler und Brüderle sind die größten Bremser weg. Jetzt geht es darum, die erneuerbaren Energien zügig auszubauen. Das ist es, was die große Mehrheit der Bürger fordert“, sagte Willenbacher mit Blick auf das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die mit hoher Wahrscheinlichkeit im Amt bleiben wird, wobei noch unklar ist, mit welchem Koalitionspartner sie künftig regieren wird, habe nun die einmalige Chance, die Energiewende tatsächlich umzusetzen. Daher erneuerte Willenbacher auch sein bereits in Buchform gepresstes „unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“. Falls Merkel es schaffe, die Energiewende bis 2020 zu 100 Prozent umzusetzen, werde er seine Anteile an der Juwi-Gruppe an deutsche Energiegenossenschaften verschenken, so Willenbacher weiter.

Der Chef und Gründer von Juwi unterbreitete zudem Vorschläge, wie das EEG und die Energiewernde kosteneffizient und effektiv weiterentwickelt werden könnten. Es gebe noch vielfältige, bislang ungenutzte Steuerungsoptionen. Willenbacher forderte die Einführung einer Kohlendioxid (CO2)-Steuer, um im Gegenzug die Stromsteuer senken zu können. Auch die EEG-Umlage könne mit einem Abbau der Industrieprivilegien für die privaten und mittelständischen Verbraucher gesenkt werden. Es dürften nur noch jene Unternehmen befreit werden, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stünden. Zusätzlich müsse die Subventionierung von Kohlekraftwerken beendet werden. Insgesamt könnte damit die EEG-Umlage für die privaten Stromkunden um vier Cent je Kilowattstunde gesenkt werden, so Willenbacher weiter. (Sandra Enkhardt)