Fell: „Mein Haus ist seit 20 Jahren erneuerbar“

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Was war Ihr größter Erfolge in der zurückliegenden Legislaturperiode?

Trotz aller Ankündigen der FDP das EEG abzuschaffen, ist es – zwar mit einigen Blessuren – aber immer noch in Kraft und stützt damit den Ausbau der erneuerbaren Energien. Erfolgreich war auch meine Intervention beim Kapitalanlegergesetz, um das Einsammeln von Bürgerkapital für Energiegenossenschaften weiterhin zu ermöglichen.

Was ist Ihr wichtigstes energiepolitisches Ziel für die kommende Legislatur?

Den Bestand des EEGs zu sichern, und es so zu novellieren, dass eine faire Kostenverteilung und ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien möglich ist. Gleichzeitig muss die Dynamik im Wärme- und Verkehrssektor ähnlich wie im Stromsektor in Gange gebracht werden. Zudem muss die Nutzung und Selbstvermarktung von erneuerbaren Energien unterstützt werden, so dass die Investitionen vor allem aus Bürgerhand das Ziel von 100 Prozent Ökostrom bis 2030 ohne politische Attacken erreicht werden kann.

Wie viele Energieunternehmen haben Sie in der letzten Legislaturperiode besucht?

Dazu habe ich keine Aufzeichnung gemacht, aber es waren ziemlich viele, vor allem aus dem Bereich der erneuerbare Energien, aber auch Stadtwerke und andere.

Wie sollte der deutsche Strommix 2025 aussehen und wie hoch sind dann die CO2-Emissionen pro Kopf?

2025 werden wir in etwa 70 bis 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien haben. Wie hoch dann die Pro-Kopf CO2-Emissionen sein werden, hängt aber vor allem auch vom Wärme-, Transport und anderen Sektoren ab. Ziel muss sein, dass weltweit in einigen Jahrzehnten keine Emissionen mehr ausgestoßen werden. Nur so kann die Erdgemeinschaft noch vor schlimmen Konsequenzen der Erderwärmung bewahrt werden.

Wie halten Sie es selber mit der Energie: Ökostrom oder Strommix? Heizen Sie erneuerbar oder konventionell? Reisen Sie über 500 km überwiegend mit Auto, Bahn oder Flugzeug?

Seit fast 20 Jahren ist die Energieversorgung meines Hauses, also Strom und Wärme zu 150 Prozent erneuerbar. Auch meine Autos sind seit über 15 Jahren erdölfrei. Für kurze Strecken fahre ich mit Solarstrom, lange Autostrecken mit reinem Pflanzenöl. Große Strecken, bis ins benachbarte Ausland fahre ich mit dem Zug. Nur für Interkontinentalflüge steige ich für die Beratungen von Regierungen zur Einführung von Erneuerbaren-Energien-Gesetzgebungen ins Flugzeug.

Das Interview führte Marcus Franken, Chefredakteur zeo2.

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