Der nächste Solarboom kommt bestimmt

Führende deutsche Solarkonzerne gehen reihenweise pleite. Bosch und Siemens sind ausgestiegen. Und Solarworld steht am Abgrund. Wo bleibt das viel beschworene Solarzeitalter? Ist es schon am Ende bevor es richtig begonnen hat? Oder handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Krise hierzulande?

Vor 100 Jahren war auch die deutsche Autobranche in der Krise. Am Beginn des Autozeitalters glaubten viel mehr Zeitgenossen an die Zukunft des Pferdes als Fortbewegungsmittel als heute an die Zukunft des Atoms oder an die Zukunft von Kohle oder Erdöl. Aber heute fahren alle oder fast alle – Auto und kaum noch jemand bewegt sich mit dem Pferd von A nach B.

Die Sonne ist die größte Energiequelle, die uns nach menschlichem Ermessen „ewig“ zur Verfügung steht. Außerdem ist sie nahezu unerschöpflich, umweltfreundlich und kostenlos. Kohle, Gas, Öl und Uran sind hingegen endliche Energieträger, die uns große Probleme bereiten und bald aufgebraucht sind. Deshalb werden sie auch immer teurer.

Kein Zweifel: die deutsche Solarbranche ist in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Aber anderswo sieht es weit positiver aus. Zum Beispiel in Japan. Von dort berichtet das Fachmagazin „Photon“ soeben: „Solarbranche in Japan nimmt rasant Fahrt auf."

Zurzeit werden dort so viele PV-Anlagen installiert wie in Deutschland in den Boom-Jahren 2011 und 2012. Vor allem große Solarparks zeigen ein schnelles Wachstum. Die Einspeise-Vergütung ist nahezu dreimal so hoch wie in Deutschland: 38 Yen, ca. 29 Eurocent.

Ähnliche Erfolgsmeldungen kommen auch aus China und den USA. Stefan Kohler, der Chef der Deutschen Energieagentur, sagte nach seiner Rückkehr aus China: „Die Wachstumszahlen von Solar und Windkraft sind in China aus deutscher Sicht einfach unglaublich“.Auch Frank Asbeck glaubt nach der Beinahe-Pleite von Solarworld an die Zukunft seiner Branche Im „Spiegel- Gespräch“ am 18.8. 2013 sagte er: „Der Weltmarkt für Solarmodule schrumpft aber nicht, wie Sie offenbar annehmen, sondern er wächst rasant. Weltweit hat das Photovoltaik-Geschäft gerade erste begonnen.“

Eine Krise in Deutschland ist noch keine Krise am Weltmarkt. Wenn die Menscheit eine gute Zukunft haben will, wird kein Weg an der Nutzung der Solarenergie vorbei führen.

– Der Autor Franz Alt ist Journalist, Buchautor und Fernsehmoderator. Er wurde bekannt durch das ARD-Magazin „Report“, das er bis 1992 leitete und moderierte. Bis 2003 leitete er die Zukunftsredaktion „Zeitsprung“ im SWR, seit 1997 das Magazin „Querdenker“ und ab 2000 das Magazin „Grenzenlos“ in 3sat. Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte aufwww.sonnenseite.com. Franz Alt schreibt dort regelmäßig.