Intersolar North America mit Innovationen

Am Dienstag hat die Messe Intersolar North America in San Francisco ihre Türen für Besucher geöffnet. Die Eröffnungsrede hielt der Gouverneur von Kalifornien Jerry Brown. Er erklärte, dass die Solarindustrie eine bedeutende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spiele. Dabei sei es nicht nur wichtig, stetig die installierte Leistung zu erhöhen, sondern auch ein breiteres Bewusstsein für die Solarenergie in der Bevölkerung zu schaffen.

Der Direktor des National Renewable Energy Laboratory (NREL) Dan Arvizu erklärte während seines Vortrags, das Wachstum der erneuerbaren Energien sei nicht nur schnell sondern auch nicht mehr aufzuhalten. „Der Geist ist aus der Flasche und er geht nicht wieder zurück“, so Arvizu. Als Hürden, die es in Amerika noch zu überwinden gilt, nannte Arvizu zum einen den ausreichenden Zugang zu Risikokapital (Venture Capital) und zum anderen eine verträgliche Netzintegration der Solarenergie.

Neue Produkte und Technologien

Der Intersolar-Veranstalter Solar Promotion rechnet in diesem Jahr mit ungefähr 19.000 Besuchern. Die Zahl der Aussteller liegt 2013 mit 600 deutlich unter der des Vorjahres. Trotzdem wurden wieder zahlreiche neue Produkte für den Photovoltaik-Markt vorgestellt. Markus Elsässer, Vorstand von Solar Promotion, sagte bei der Eröffnung: „Jahr für Jahr werden die neuesten Technologien zuerst auf der Intersolar vorgestellt.“

So stellte zum Beispiel das Unternehmen Outback Power eine neues stationäres Speichersystem mit dem Namen EnergyCell GH vor, die sowohl netzgekoppelt als auch als Offgrid-Lösung betrieben werden kann. Insbesondere der Markt für netzgekoppelte Speicherlösungen wachse derzeit exponentiell, sagt Harvey Wilkinson, General Manager von  Outback Power, zu pv magazine. 

Auch neue Upstream-Technologien werden auf der Intersolar North America vorgestellt. Das Startup-Unternehmen Scifiniti zeigt beispielsweise eine neue sogenannte Gas-To-Wafer Technologie und sucht nun nach Partnern, um die Idee zu vermarkten und weiterzuentwickeln. Die Technologie ermögliche es, eine halbleitende Siliziumschicht mittels eines Gases auf ein Substrat aufzubringen. In einem weiteren Schritt kristallisiert das Silizium dann zu einem Wafer aus. Damit könne die Menge an Silizium für die Waferproduktion auf 0,5 Gramm pro Watt reduziert werden, während der Industriestandard derzeit noch bei ungefähr 5 Gramm pro Watt liege.

Awards für Nordamerika

Auf der Intersolar North America werden eigene Intersolar Awards verliehen. In der Kategorie „Solarprojekte in Nordamerika“ wurden drei Solarinstallationen von FreeHotWater, MRI Global und Trina Solar ausgezeichnet. FreeHotWater bekam die Auszeichnung für ein Solarthermie-Photovoltaik-Kombikraftwerk auf den Dächern eines Studentenwohnheims in San Francisco.

Die Firma MRI Global bekam den Preis für ihr Solar Technology Acceleration Center (SolarTAC) in Aurora, Colorado. Die Juroren begründeten ihre Entscheidung damit, dass das SolarTAC ein Forschungs- und Entwicklungszentrum von Weltklasse sei. Trina Solar bekam die Auszeichnung der Juroren für das „Park Villas Solar Projekt“, in dem rund 2.000 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 464 Kilowatt auf 144 Wohneinheiten verteilt sind. Für die Mieter sinkt die Stromrechnung dadurch um ungefähr 70 Prozent. Ein virtuelles Net Metering ermöglicht es, den erzeugten Strom gleichmäßig auf die Stromrechnungen der Gebäude zu verteilen.

In der Kategorie „PV Produktionstechnologie“ wurden die Unternehmen EMD Chemicals und Laytec mit einem Award bedacht, EMD Chemicals für die Ätzpaste „isishape SmartEtch“ und Laytec für das „X Link Measurement System“, das eine Untersuchung des Vernetzungsgrades der EVA-Folie ermöglicht, ohne dabei das Solarmodul zu beschädigen. (Jonathan Gifford, Mirco Sieg)