Schmid liefert Modullinien in die Türkei

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Die Schmid Group liefert im zweiten Halbjahr insgesamt drei semiautomatische Modullinien in die Türkei. Sie ermöglichen eine Produktionskapazität von insgesamt 150 Megawatt, wie der Photovoltaik-Anlagenbauer aus Freudenstadt mitteilte. Mit den Modullinien von Schmid lassen sich 60-Zell-Module herstellen. Dabei sind verschiedene Modultypen möglich – sowohl mono- als auch multikristalline Module. Überdies könnten die Produktionslinien auch für die Herstellung von Glas-Glas-Solarmodulen genutzt werden. Den Namen des Kunden und die Höhe des Geschäftsvolumens wollte die Schmid Group auf Nachfrage von pv magazine nicht nennen. Zur schnellen Inbetriebnahme neuer Produktionslinien beim Kunden zertifiziere Schmid die Fertigungsschritte, Materialien und Module bereits im eigenen Technologiezentrum, hieß es weiter.

Schmid sieht mit dem Auftrag sein Geschäft in Eurasien gestärkt. Gerade die Türkei ist derzeit einer der Hoffnungsmärkte in der Region. Die dortigen Modulhersteller könnten sowohl von den guten Bedingungen auf dem Heimatmarkt sowie ihrem guten Zugang zum Nahen und mittleren Osten profitieren, sagte Günter Bauer, Leiter des Geschäftsbereichs Modul bei Schmid. Auch die Einführung vorläufiger Anti-Dumpingzölle für chinesische Photovoltaik-Hersteller verbessere ihre Marktsituation in Europa.

Der türkische Photovoltaik-Markt bietet derzeit höchst attraktive Rahmenbedingungen. Erst im Mai hat China Sunergy dort ein Modulwerk eröffnet. Derzeit gilt in der Türkei ein Einspeisetarif in Höhe von 13,3 US-Cent/Kilowattstunde mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Für Solarstrom aus Photovoltaik-Anlagen mit einem hohen Anteil lokal produzierter Komponenten wird über fünf Jahre ein Zuschlag von bis zu 6,7 US-Cent bezahlt.  Für Photovoltaik-Großprojekte mit mehr als einem Megawatt Leistung ist in der Türkei ein Lizenzierungsverfahren vorgeschrieben. Die erste Ausschreibungsrunde fand zwischen dem 10. und 14. Juni statt. Knapp 500 Projektanträge mit insgesamt 8,9 Gigawatt Photovoltaik-Leistung sind bei der zuständigen Energie-Regulierungsbehörde EPDK eingereicht worden. Damit ist die Obergrenze von 600 MW für die erste Lizenzierungsrunde beinahe 15 Mal überschritten. Zum Zuge kamen laut veröffentlicher Projektliste vor allem türkische Photovoltaik-Unternehmen. Der Anteil ausländischer Projektentwickler und Investoren beträgt demnach nur rund fünf Prozent. (Sandra Enkhardt)

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