244 Milliarden US-Dollar in Erneuerbare investiert

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Die globalen Investitionen in erneuerbare Energien lagen 2012 zwölf Prozent niedriger als 2011. Sie erreichten aber mit 244 Milliarden US-Dollar (183 Milliarden Euro) immer noch das zweithöchste Niveau aller Zeiten. Das geht aus den Schwesterpublikationen „Renewables 2013 Global Status Report“ von REN21 und „Global Trends in Renewable Energy Investment 2013“ von Frankfurt School, dem UN-Umweltprogramm UNEP und Bloomberg New Energy Finance (BNEF) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

112 Milliarden US-Dollar (84 Milliarden Euro) flossen demnach in Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, 132 Milliarden US-Dollar (99 Milliarden Euro) in den Ausbau der Erneuerbaren in den Industrieländern – ein drastischer Wandel im Vergleich zu 2007, als die OECD-Länder im Vergleich zu den Schwellen- und Entwicklungsländern noch zweieinhalb Mal so viel in erneuerbare Energien investierten.

Die geographische Verteilung des Ausbaus erneuerbarer Energien weitete sich den Berichten zufolge entsprechend aus. Mit einem Investitionsanstieg um 22 Prozent auf 67 Milliarden US-Dollar (50,2 Milliarden Euro) war China 2012 weiterhin Spitzenreiter und schaffte es sogar, seine Position als weltweit dominierender Marktteilnehmer im Wettbewerb um erneuerbare Energien auszubauen. Dies war hauptsächlich einem sprunghaften Anstieg von Investitionen in der Solarbranche zuzuschreiben. Andere Länder wie Südafrika, Marokko, Mexiko, Chile und Kenia verzeichneten ebenfalls ein starkes Wachstum. Der Nahe und Mittlere Osten und Nordafrika (MENA) war die Region mit den höchsten Wachstumsraten von 228 Prozent auf zwölf Milliarden US-Dollar (neun Milliarden Euro).

Der Photovoltaik-Zubau erreichte demnach 2012 mit 30,5 Gigawatt einen neuen Rekord, wegen der fallenden Systempreise lag die Investitionssumme allerdings unter der des Vorjahres. Der Preisverfall beförderte vor allem Investitionen in kleine Photovoltaik-Anlagen, in Anlagen mit mehr als einem Megawatt Leistung floss weniger Geld. Einen neuen Zubau-Rekord gab es mit 48,3 Gigawatt auch bei Wind.

Die gesamte installierte Leistung an erneuerbarer Energie stieg 2012 den Berichten zufolge weltweit auf gut 1470 Gigawatt und liegt damit 8,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei entfielen 39 Prozent auf Windkraft und jeweils rund 26 Prozent auf Sonnenenergie und Wasserkraft. Die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung hat ddemnach den Meilenstein von 100 Gigawatt erreicht; gemeinsam mit der Solarthermie liegt die Sonnenenergie bei der weltweit installierten Leistung jetzt auf Platz drei gleich nach Wasser- und Windkraft und vor Biomasse.

Weiteres Ergebnis der Berichte: 2012 arbeiteten schätzungsweise 5,7 Millionen Menschen weltweit direkt oder indirekt im Bereich der erneuerbaren Energien. Obwohl die Anzahl der Länder, die in erneuerbare Energien investieren, immer weiter wächst, konzentriert sich ein Großteil der Arbeitsplätze auf wenige Märkte, darunter Brasilien, China, Indien, die EU-Länder und die USA. Aber auch in anderen Ländern steigen die Beschäftigungsraten, und es werden immer mehr Arbeitsplätze im Bereich Technik und Vertrieb geschaffen, vor allem im Off-Grid-Sektor in den Entwicklungs-und Schwellenländern.

Erneuerbare Energien verzeichnen zudem einen schnell ansteigenden Anteil an der Energieversorgung in einer wachsenden Zahl von Ländern und Regionen. Im Jahr 2012 stellten sie insgesamt bereits rund 19 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs bereit. In Deutschland entfielen 22,9 Prozent des Stromverbrauchs (gegenüber 20,5 Prozent im Jahr 2011), 10,4 Prozent der nationalen Wärmenutzung und 12,6 Prozent des gesamten Endenergiebedarfs auf erneuerbare Energien. Die Investitionen in Erneuerbare sanken allerdimgs in Deutschland 2012 um 35 Prozent auf 20 Milliarden US-Dollar, was vor allem am Verfall der Modulpreise und geringeren Investitionen in Wind lag. (Petra Hannen)