Solarsparte verhagelt Bosch-Bilanz

Die Bosch Gruppe hat ihren Bericht für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt. Das Ebit-Ergebnis habe sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,3 Milliarden Euro und eine Rendite von 2,5 Prozent vom Umsatz belaufen. Ein Ergebnis, was bei vielen Unternehmen für Begeisterung sorgen würde, kommentiert Bosch wie folgt: „Die Ergebnisentwicklung 2012 blieb hinter unseren Erwartungen zurück.“ Verständlich wird dies, wenn man es mit den Zahlen für 2011 vergleicht, als Ergebnis und Rendite noch mehr als doppelt so hoch waren.

Ein wesentlicher Grund für das schwächere Ergebnis sei die „äußerst schwierige Lage in der Photovoltaik“ gewesen, heißt es im Geschäftsbericht. Der Verlust der Solarsparte habe sich auf rund eine Milliarde Euro summiert. In diesem Verlust seien auch Sonderabschreibungen auf das Anlagevermögen von fast 600 Millionen Euro enthalten. „Der von Überkapazitäten geprägte Markt für Photovoltaik sowie der scharfe Wettbewerb durch asiatische Anbieter und der damit einhergehende Preisverfall von bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führten im Geschäftsjahr zu außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsbereich Solar Energy. Dabei entfallen 174 Millionen Euro auf Grundstücke und Gebäude und 406 Millionen Euro auf das sonstige Sachanlagevermögen“, heißt es im Geschäftsbericht dazu.

Die Photovoltaik – worunter die Herstellung von Solarmodulen und Solarzellen fällt – zählt bei Bosch zur Sparte Industrietechnik. Der Verlust in diesem Bereich verdoppelte sich nahezu auf rund 700 Millionen Euro. „ Die Belastungen im Bereich Solar Energy konnten durch die positiven Ergebniszahlen in den Geschäftsbereichen Drive and Control Technology sowie Packaging Technology nicht ausgeglichen werden“, heißt es im Geschäftsbericht weiter.

Die Bosch-Geschäftsführung verteidigte den kürzlich verkündeten Ausstieg aus der Photovoltaik. Es sei gerade bei Zukunftsprojekten immer wieder erforderlich, die Risiken zu begrenzen und Kurskorrekturen vorzunehmen, erklärte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung, mit Blick auf das Ende der Solarsparte. Nach Ansicht der Bosch-Führung werde gerade die Erschließung von Schiefergas- und  -ölvorkommen den Einsatz regenerativer Energien verzögern. Dennoch sei damit zu rechnen, dass langfristig der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung steigen wird.  „Dies war auch ein wesentlicher Grund für den Einstieg in die Photovoltaik im Jahr 2008. Nicht abzusehen war dagegen zu diesem Zeitpunkt, dass in kürzester Zeit ganz erhebliche Überkapazitäten in dieser Industrie entstehen würden.  Der damit verbundene massive Preisverfall führte zu enormen Verlusten in der gesamten Branche. Zusätzlich belasten Bosch Solar Energy unter anderem standortbedingte Kostennachteile gegenüber führenden asiatischen Wettbewerbern. Diese äußerst schwierige Lage macht auch hier eine Neuausrichtung erforderlich, an der wir derzeit arbeiten“, heißt es im Geschäftsbericht.

Aleo Solar weiter mit Verlust

Die Aleo Solar AG legte zugleich vorläufige Zahlen für das erste Quartal vor. Demnach werde mit einem Umsatz von 31,1 Millionen Euro und einem Ebit-Verlust von 16,3 Millionen Euro gerechnet. Dies ist nahezu eine Verdoppelung des Verlusts und mehr als eine Halbierung des Umsatzes gegenüber dem Quartal 2012, wie der Photovoltaik-Hersteller mitteilte. Die endgültigen Zahlen wird Aleo Solar voraussichtlich am 14. Mai vorlegen. Der Rückgang bei Umsatz und Marge spiegele die gegenwärtige Situation auf den Photovoltaik-Märkten, sagt York zu Putlitz, Vorstandschef von Aleo Solar. „Binnen Jahresfrist sanken die Verkaufspreise um rund ein Viertel. Zugleich ging die Nachfrage in wichtigen europäischen Märkten stark zurück“, sagte er weiter.

Bosch sucht derzeit einen Käufer für seine rund 90-prozentigen Anteile an Aleo Solar. Auch für die anderen Standorte und Geschäftsteile sucht Bosch nach Investoren. Es sollen auch erste Angebote vorliegen. Konkrete Angaben zu möglichen Käufern und einem Zeitrahmen sind derzeit aber noch nicht zu bekommen. (Sandra Enkhardt)