Asien treibt Markt für Wechselrichter an

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Angetrieben durch einen starken Absatz in Asien ist der Wechselrichtermarkt in Jahr 2012 um 5 Prozent gewachsen. Damit überschreitet der Umsatz erstmals die 7-Milliarden-Grenze. Im Jahr 2011 lagen der Umsatz noch bei 6,7 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2012 stiegen sie auf 7,1 Milliarden US-Dollar. Das zeigen die Zahlen aus dem neuesten Wechselrichter-Marktbericht des Marktforschungsunternehmens IHS.

„Trotz sinkender Zubauzahlen und rasantem Preisverfall konnte bei Wechselrichter-Verkäufen ein Wachstum generiert werden“, sagt Sam Wilkinson, Analyst für Solarwechselrichter bei IHS. Auch wenn das Wachstum nur im niedrigen einstelligen Bereich liege, sei das in Zeiten eines solch schwachen Marktumfelds trotzdem eine bemerkenswerte Leistung. Nach seiner Einschätzung wurde das Wachstum von einem starken Anstieg der Umsätze in Asien im vierten Quartal angetrieben. Dadurch konnte der Umsatzrückgang von über 20 Prozent in den Regionen Europa, Naher Osten und Afrika mehr als ausgeglichen werden. Der weltweite Absatz stieg so von 27 Gigawatt im Jahr 2011 auf 31 Gigawatt im Jahr 2012.

Asien war demnach die einzige Region, in der die Umsatzzahlen für Wechselrichter im vierten Quartal 2012 deutlich gestiegen sind. Der Absatz erhöhte sich vierteljährlich um fast einen Gigawatt, so dass der Jahresabsatz im Vergleich zum Jahr 2011 um rund 63 Prozent wuchs. Dafür sind insbesondere der chinesische und der japanische Markt verantwortlich, die im vierten Quartal 2012 beide Rekordabsätze verzeichneten. „China und Japan werden einen wachsenden Anteil an der weltweiten Nachfrage haben“, sagt Wilkinson. Diese Märkte seien aber auch dafür bekannt, schwierig für ausländische Lieferanten zu sein. "Die Entwicklung von strategischen Partnerschaften und lokale Zertifizierungen für Produkte werden für die Zulieferer bei der Durchdringung dieser Märkte wichtig sein."

Für den asiatischen Markt im Jahr 2013 sagt IHS erneut ein Wachstum von mehr als 60 Prozent voraus. Im Jahr 2012 wurde der Wechselrichter-Markt noch von europäischen und US-amerikanischen Herstellern dominiert, Schätzungen von IHS zeigen allerdings, dass sich die Herstellerlandschaft in einem schnellen Wandel befindet. Mit der Verschiebung des Absatzmarktes nach Asien ist auch die Position der Europäischen Hersteller schwächer geworden. Der Marktanteil der drei größten Europäischen Hersteller ist drastisch gesunken, von knapp 50 Prozent im ersten Quartal 2012 auf unter 30 Prozent im vierten Quartal.

"Der Marktanteil von SMA, dem einst unangefochtenen Marktführer, fiel im vierten Quartal 2012 unter 20 Prozent ", sagt Wilkinson. "Das ist das niedrigste Niveau, das wir in mehr als sechs Jahren der Analyse des Marktes verzeichnet haben.“ SMA habe aber angefangen zu reagieren, indem es sich an einem chinesischen Anbieter beteiligt und aggressiv den japanischen Mart ins Visier nimmt. „Das sind wichtige Maßnahmen, um die führende Rolle auf dem Wechselrichtermarkt zu verteidigen.“ (Mirco Sieg)